Schwer heilende Wunden: Diese Warnzeichen sollten Sie kennen

Katrin Faßnacht-Lee  |  13.08.2026 12:58 Uhr

Schwer heilende oder chronische Wunden können Betroffene über Wochen oder Monate belasten. Bei Warnzeichen wie Rötung, Überwärmung oder Fieber ist ärztlicher Rat wichtig. Die Apothekerkammer Niedersachsen klärt auf, bei welchen Vorerkrankungen besondere Vorsicht geboten ist und was die Wundheilung unterstützen kann.

Eine pflegende Person kontrolliert die Wundauflage am Fuß einer Patientin.
Führen schwer heilende Wunden zu Beschwerden wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung, sollten sie professionell versorgt werden.
© megaflopp/iStockphoto

Welche Warnzeichen sollten Betroffene ernst nehmen?

Eine Wunde gilt meist als schwer heilend, wenn sie nach zwölf Wochen noch nicht geschlossen ist. Von einer chronischen Wunde spricht man auch, wenn trotz angemessener Versorgung innerhalb von vier bis acht Wochen keine ausreichende Besserung eintritt. In Deutschland betrifft das rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, bei Menschen über 80 Jahren sogar bis zu fünf Prozent.

Zu den Warnzeichen gehören: 

  • zunehmende Schmerzen
  • Rötung
  • Überwärmung
  • Schwellung
  • Funktionsverlust
  • Fieber
  • schwarze oder weiße Verfärbungen
  • auffällige Veränderungen des umliegenden Gewebes

Bei diesen Symptomen empfiehlt sich unbedingt die Rücksprache mit Arzt oder Ärztin. Auch wenn die Wunde innerhalb von zwei bis vier Wochen nicht deutlich kleiner wird, sollte sie erneut untersucht werden.

Gründe für schwer heilende Wunden

Häufig stehen Grunderkrankungen oder andere Belastungen hinter einer Wundheilungsstörung. Menschen mit folgenden Erkrankungen oder Risikofaktoren sollten Wunden deshalb besonders aufmerksam beobachten:

  • Diabetes mellitus und diabetischer Fuß
  • arterielle Durchblutungsstörungen
  • chronische Venenschwäche und offene Beine
  • Druckgeschwüre bei Bettlägerigkeit oder eingeschränkter Beweglichkeit
  • Tumorwunden
  • starkes Übergewicht oder Mangelernährung
  • Herzinsuffizienz mit Schwellungen
  • geschwächte Immunabwehr

Auch Rauchen und Drogenmissbrauch können die Wundheilung beeinträchtigen.

Feuchte Wundheilung gezielt unterstützen

Chronische Wunden heilen besser in einem leicht feuchten Milieu. Dieses unterstützt die Bildung neuer Hautzellen und verhindert eine harte Kruste. Gleichzeitig muss überschüssige Wundflüssigkeit aufgenommen werden, damit die umliegende Haut nicht aufweicht.

Je nach Zustand kommen beispielsweise Hydrogele, Hydrokolloid-, Schaum-, Alginat- oder Hydrofaserauflagen infrage. Herkömmliche Wundschnellverbände, also Pflaster, sind für schwer heilende Wunden nicht geeignet. Da die Auswahl von Wundzustand und Flüssigkeitsmenge abhängt, sollten sich Betroffene oder pflegende Angehörige in der Apotheke zur passenden Auflage und richtigen Anwendung beraten lassen.

Keine Experimente mit Hausmitteln

Chronische Wunden gehören nicht in die Selbstmedikation. Hausmittel und Vaseline sind ungeeignet. Regelmäßige ärztliche und pflegerische Kontrollen helfen, Komplikationen früh zu erkennen. Unterstützend wirken je nach Ursache Druckentlastung, Fußpflege, Kompression sowie eine ausreichende Protein- und Energiezufuhr. Die Apotheke begleitet die Versorgung im Alltag und kann bei Warnzeichen an eine Arztpraxis verweisen.

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