Kleine Wunden richtig versorgen: Tipps von Desinfektion bis feuchte Wundheilung

Pharmazeutische ZeitungKatrin Faßnacht-Lee  |  29.07.2026 15:34 Uhr

Ein Schnitt beim Kochen, eine Schürfwunde nach dem Radfahren oder eine kleine Verbrennung – solche Verletzungen gehören zum Alltag. Mit der richtigen Erstversorgung können sie meist gut selbst behandelt werden. Moderne Wundauflagen unterstützen dabei häufig die Heilung und schützen die verletzte Haut.

Eine Frau klebt sich ein Pflaster auf den Finger.
Ob kleine Schnittwunde, Schürfwunde oder Vebrennung: Viele Unfälle kann man gut selbst versorgen.
© Konstantin Postumitenko/iStockphoto

Kleine Schnittwunden: Erst reinigen, dann schützen

Kleine Schnittwunden lassen sich in der Regel unkompliziert versorgen. Zunächst sollte die Wunde unter fließendem Wasser ausgespült und anschließend desinfiziert werden. Dafür eignen sich Wunddesinfektionsmittel mit den Wirkstoffen Octenidin und Phenoxyethanol. Auch Povidon-Iod kann verwendet werden, ist jedoch unter anderem bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen nicht geeignet.

Ein Wundpflaster schützt die Verletzung anschließend vor Schmutz, nimmt etwas Blut oder Wundsekret auf und polstert die empfindliche Stelle.

Schürfwunden brauchen besonders gründliche Pflege

Schürfwunden sind oft großflächiger als Schnittwunden und daher anfälliger für Infektionen. Außerdem gelangen dabei häufig Schmutz und kleine Partikel in die Wunde. Deshalb ist eine sorgfältige Reinigung besonders wichtig. Sie kann unter klarem, fließendem Wasser erfolgen. Sichtbare Partikel können mit einer desinfizierten Pinzette vorsichtig entfernt werden. 

Zur Desinfektion sollten keine Iod-haltigen Produkte verwendet werden. Bei nur leicht verschmutzten Wunden kann auf eine Desinfektion häufig ganz verzichtet werden.

Feuchte Wundheilung - bei Schüfwunden gut geeignet

Gerade bei nässenden Schürfwunden kann eine feuchte Wundversorgung sinnvoll sein. Spezielle Wundauflagen mit Hydrogel nehmen überschüssige Flüssigkeit auf, halten die Wunde gleichzeitig feucht und verkleben nicht mit der Haut.

Das hat Vorteile: Wundsekret enthält unter anderem Nährstoffe und Abwehrzellen, die den Heilungsprozess unterstützen. Außerdem können neue Hautzellen ungestört über die Wunde wachsen. Da die Auflagen nicht an der Wunde haften, werden neu gebildete Hautschichten beim Verbandwechsel kaum gestört.

Kleine Verbrennungen richtig behandeln

Bei leichten Verbrennungen oder Verbrühungen sollte die betroffene Hautstelle zunächst mehrere Minuten – höchstens 20 Minuten – unter fließendem, handwarmem Wasser gekühlt werden. Das kann den Hitzeeinfluss beenden und Schmerzen lindern. Anschließend kann bei Bedarf ebenfalls eine feuchte Wundversorgung mit einem geeigneten Verband oder Gel sinnvoll sein.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Nicht jede Wunde eignet sich für die Selbstbehandlung. Ärztlich abgeklärt werden sollten Wunden, wenn sie:

  • stark gerötet, warm oder pochend sind,
  • Eiter bilden,
  • durch einen Biss entstanden sind,
  • stark verschmutzt sind oder sich Fremdkörper nicht entfernen lassen. 

Außerdem lohnt sich ein Blick in den Impfpass: Bei Verletzungen sollte der Tetanus-Impfschutz aktuell sein.

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