Krankheitsbild
Ein Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris), umgangssprachlich auch "offenes Bein" genannt, ist eine offene, schlecht heilende und oft schmerzende Wunde am Unterschenkel. Das offene Bein ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern ein Symptom mit unterschiedlichen Ursachen. Die häufigste Ursache sind Gefässerkrankungen, vor allem venöse Probleme, aber auch arterielle Durchblutungsstörungen. Auch Diabetes kann die Entstehung und Heilung eines Ulcus cruris beeinflussen. Das Unterschenkelgeschwür gehört zu den chronischen Wunden. Eine ärztliche Abklärung und Behandlung der Grunderkrankung sowie eine gute Wundversorgung sind wichtig, um die Wundheilung zu verbessern.
Symptome/Verlauf
Liegen Gefässerkrankungen zugrunde, kann es an den Beinen zunächst zu unspezifischen Beschwerden kommen, wie Schweregefühl in den Beinen, Dellen und Oedemen oder Hautverfärbungen. Es reichen dann teils schon kleinere Verletzungen, damit sich ein chronisches Geschwür bildet. Die Wunde kann unterschiedlich gross sein, in tiefere Hauschichten eindringen und sich unter Umständen auch infizieren. Je nach Ursache unterscheiden sich Erscheinungsbild und Verlauf. Wenn eine Wunde trotz Behandlung nicht heilt oder stark schmerzt, muss die Ursache erneut überprüft werden.
Folgen/Komplikationen
Ein offenes Bein bedeutet für Betroffene oft eine lange Krankheitsdauer und eine deutlich eingeschränkte Lebensqualität. Die Wunde kann immer wieder aufgehen oder über längere Zeit bestehen bleiben. Erschwert wird die Heilung unter anderem dann, wenn mehrere Ursachen gleichzeitig vorliegen oder sich die Wunde infiziert. Ein Unterschenkelgeschwür kann teils tief ins Gewebe vordringen und dieses zerstören. In schweren Fällen kann es zu ausgeprägten Gewebeschäden kommen, die operative Massnahmen erforderlich machen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen eines offenen Beins sind vielfältig. Meist liegt eine Gefässerkrankung zugrunde, wie etwa eine chronische Venenschwäche. Daneben kommen unter anderem die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit), Diabetes und immunologisch bedingte Entzündungen an den Gefässen als Ursache infrage. Risikofaktoren sind je nach Ursache unter anderem höheres Lebensalter, familiäre Veranlagung, Adipositas, frühere Thrombosen oder Bewegungsmangel.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Zunächst ist es wichtig, dass der Arzt mögliche Grunderkrankungen feststellt. Die Behandlung richtet sich dann nach der Ursache. Darüber hinaus muss die Wunde professionell versorgt werden. Zur Wundversorgung gehören geeignete Wundauflagen, die ein feuchtes Wundmilieu unterstützen und möglichst hautverträglich sein sollen. Ausserdem ist oft die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen sinnvoll, etwa aus Hautheilkunde, Gefässmedizin, Chirurgie, Diabetologie oder weiterer spezialisierter Wundversorgung.
Das kann man selbst tun: Ist eine der genannten Grunderkrankungen bekannt, ist es wichtig auch kleine Wunden immer gut im Blick zu behalten. Heilt eine Wunde schlecht, sollte man unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung der Grunderkrankung ist unerlässlich. Abbau von Übergewicht und ausreichend Bewegung können den Krankheitsverlauf mitunter günstig beeinflussen.
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.