Brandwunden

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  30.12.2025 00:00 Uhr

Brandwunden sind Verletzungen der Haut und tieferer Gewebe, die durch Hitze, heisse Flüssigkeiten, Feuer, Strom oder Explosionen entstehen. Der Schweregrad richtet sich nach Tiefe und Ausdehnung der Verletzung. Schwere Brandwunden können lebensbedrohlich sein und erfordern eine schnelle, spezialisierte medizinische Behandlung.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Brandwunden sind Verletzungen der Haut und tieferer Gewebe, die durch Hitze, heisse Flüssigkeiten, Feuer, Strom oder Explosionen entstehen. Der Schweregrad richtet sich nach Tiefe und Ausdehnung der Verletzung. Schwere Brandwunden können lebensbedrohlich sein und erfordern eine schnelle, spezialisierte medizinische Behandlung.

Symptome/Verlauf

Typische Beschwerden sind Schmerzen, Rötung und Blasen. Bei tieferen Verbrennungen können Schmerzen fehlen, weil Nerven zerstört sind. Experten unterscheiden folgende Verbrennungsgrade:

  • Grad I: oberflächlich, gerötet und schmerzhaft (z. B. Sonnenbrand), heilt von allein ab.
  • Grad II: mit Blasenbildung; bei Typ IIa heilt die Wunde meist von selbst, bei Typ IIb ist oft eine Operation nötig.
  • Grad III: tiefe Verbrennung, die Haut muss durch ein Transplantat ersetzt werden.
  • Grad IV: sehr schwere Verbrennung mit Zerstörung tiefer Gewebe bis hin zu Muskeln oder Knochen.

Schwere Verbrennungen müssen so schnell wie möglich in einer spezialisierten Klinik versorgt werden. Sie verlaufen in mehreren Phasen: In der Schockphase muss vor allem der Flüssigkeitshaushalt des Patienten ausgeglichen werden. Um Infektionen auszuschliessen, erfolgt im weiteren Verlauf oft eine Antibiotikatherapie. Ob eine Wunde von selbst heilt oder operiert werden muss, entscheiden Ärzte gerade bei Verbrennungen 2. Grades häufig erst im Verlauf.

Folgen/Komplikationen

Grosse Verbrennungen beeinträchtigen häufig die Temperaturregulation des Körpers, was gerade im Anfangsstadium zu Auskühlung führen kann. Mögliche Folgen von Brandwunden sind Infektionen, Narbenbildung und in schweren Fällen lebensbedrohliche Komplikationen wie Sepsis, auch als Blutvergiftung bekannt. Je tiefer und grossflächiger die Verbrennung, desto höher ist das Risiko für bleibende Schäden oder auch einen tödlichen Verlauf.

Ursachen/Risikofaktoren

Brandwunden entstehen in über der Hälfte der Fälle durch Feuer, bei 23 Prozent durch Verbrühungen und in selteneren Fällen durch Explosionen, das Anfassen heisser Gegenstände oder Stromunfälle. Haushaltsunfälle kommen am häufigsten vor, gefolgt von Arbeitsunfällen. Männer erleiden mehr als doppelt so häufig Verbrennungen. Bei Kindern passieren die meisten Unfälle im Haushalt, häufig durch heisse Getränke oder Speisen. Dauer und Stärke der Hitzeeinwirkung sowie die betroffene Körperregion beeinflussen die Schwere der Verletzung.

Das kann helfen

Was man selbst tun kann: Leichte und kleinflächige Brandverletzungen kann man mit Wasser (12 bis 15 Grad Celsius) kühlen und anschliessend mit beispielsweise mit einer Brandsalbe versorgen. Auf keinen Fall Eis oder Kühlpacks verwenden. Grössere Verbrennungen sollten Ersthelfer nicht kühlen oder reinigen, sondern nur steril abdecken. Wichtig ist ausserdem, den Betroffenen vor Auskühlung zu schützen. Rufen Sie bei starken Verbrennungen den Rettungsdienst.
Was der Arzt macht: Der Arzt kann die Wunde beurteilen und kleinere Verbrennungen eventuell direkt versorgen. Starke Verbrennungen müssen unbedingt in einer Spezialklinik oder zur Not telemedizinisch unterstützt therapiert werden.

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast

Im Fokus diesmal: Verzicht auf Süßes reduziert das Verlangen danach nicht, der Fuchsbandwurm und wie…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben