Krankheitsbild
Brandwunden sind Verletzungen der Haut und tieferer Gewebe, die durch Hitze, heisse Flüssigkeiten, Feuer, Strom oder Explosionen entstehen. Der Schweregrad richtet sich nach Tiefe und Ausdehnung der Verletzung. Schwere Brandwunden können lebensbedrohlich sein und erfordern eine schnelle, spezialisierte medizinische Behandlung.
Symptome/Verlauf
Typische Beschwerden sind Schmerzen, Rötung und Blasen. Bei tieferen Verbrennungen können Schmerzen fehlen, weil Nerven zerstört sind. Experten unterscheiden folgende Verbrennungsgrade:
- Grad I: oberflächlich, gerötet und schmerzhaft (z. B. Sonnenbrand), heilt von allein ab.
- Grad II: mit Blasenbildung; bei Typ IIa heilt die Wunde meist von selbst, bei Typ IIb ist oft eine Operation nötig.
- Grad III: tiefe Verbrennung, die Haut muss durch ein Transplantat ersetzt werden.
- Grad IV: sehr schwere Verbrennung mit Zerstörung tiefer Gewebe bis hin zu Muskeln oder Knochen.
Schwere Verbrennungen müssen so schnell wie möglich in einer spezialisierten Klinik versorgt werden. Sie verlaufen in mehreren Phasen: In der Schockphase muss vor allem der Flüssigkeitshaushalt des Patienten ausgeglichen werden. Um Infektionen auszuschliessen, erfolgt im weiteren Verlauf oft eine Antibiotikatherapie. Ob eine Wunde von selbst heilt oder operiert werden muss, entscheiden Ärzte gerade bei Verbrennungen 2. Grades häufig erst im Verlauf.
Folgen/Komplikationen
Grosse Verbrennungen beeinträchtigen häufig die Temperaturregulation des Körpers, was gerade im Anfangsstadium zu Auskühlung führen kann. Mögliche Folgen von Brandwunden sind Infektionen, Narbenbildung und in schweren Fällen lebensbedrohliche Komplikationen wie Sepsis, auch als Blutvergiftung bekannt. Je tiefer und grossflächiger die Verbrennung, desto höher ist das Risiko für bleibende Schäden oder auch einen tödlichen Verlauf.
Ursachen/Risikofaktoren
Brandwunden entstehen in über der Hälfte der Fälle durch Feuer, bei 23 Prozent durch Verbrühungen und in selteneren Fällen durch Explosionen, das Anfassen heisser Gegenstände oder Stromunfälle. Haushaltsunfälle kommen am häufigsten vor, gefolgt von Arbeitsunfällen. Männer erleiden mehr als doppelt so häufig Verbrennungen. Bei Kindern passieren die meisten Unfälle im Haushalt, häufig durch heisse Getränke oder Speisen. Dauer und Stärke der Hitzeeinwirkung sowie die betroffene Körperregion beeinflussen die Schwere der Verletzung.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann: Leichte und kleinflächige Brandverletzungen kann man mit Wasser (12 bis 15 Grad Celsius) kühlen und anschliessend mit beispielsweise mit einer Brandsalbe versorgen. Auf keinen Fall Eis oder Kühlpacks verwenden. Grössere Verbrennungen sollten Ersthelfer nicht kühlen oder reinigen, sondern nur steril abdecken. Wichtig ist ausserdem, den Betroffenen vor Auskühlung zu schützen. Rufen Sie bei starken Verbrennungen den Rettungsdienst.
Was der Arzt macht: Der Arzt kann die Wunde beurteilen und kleinere Verbrennungen eventuell direkt versorgen. Starke Verbrennungen müssen unbedingt in einer Spezialklinik oder zur Not telemedizinisch unterstützt therapiert werden.
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.