Verätzungen

Verätzungen entstehen durch Kontakt mit aggressiven Chemikalien, die eine chemische Reaktion mit Freisetzung von Wärme auslösen.

Was ist das? - Definition
Verätzungen entstehen durch Kontakt mit aggressiven Chemikalien, die eine chemische Reaktion mit Freisetzung von Wärme auslösen.

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen und deren Vermeidung
Die meisten Verätzungen geschehen durch Unachtsamkeit oder Unfälle. Insbesondere Kinder sind sich der potentiellen Gefahren nicht bewusst. Vermieden werden können diese Verletzungen durch konsequente Beachtung von Sicherheitsvorschriften und Beseitigung von Gefahrenquellen.

Wie sieht es aus? - Symptome und Merkmale
Bei Verätzungen wird zwischen Kontakt mit Säuren oder Laugen unterschieden. Säuren führen zu einer starken Verschorfung der Haut. Laugen schmelzen das Gewebe ein. Das Ausmaß der Verletzungen richtet sich nach der Einwirkdauer, dem pH-Wert, der Konzentration und der Menge der Säure bzw. Lauge. Je nach Tiefe der Gewebszerstörung sind die Verletzungen extrem schmerzhaft. Das betroffene Hautareal ist unwiderruflich zerstört. Nicht nur die Tiefe auch die flächenmäßige Ausdehnung einer Verätzung ist für die körperliche Beeinträchtigung ausschlaggebend. Die Größe einer Handfläche entspricht ca. 1 Prozent der Körperoberfläche.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Verätzungen durch Laugen sind gefährlicher als durch Säuren. Bei Verätzungen mit Säure wird durch das Ausfällen von Gewebseiweißen der Säuregehalt abgepuffert und eine weitere Zerstörung vermindert. Laugen hingegen schmelzen das Gewebe und können vor allem bei Schleimhäuten zu Durchbrüchen führen (Perforation). Besonders gefährdet sind Augen und Mund-, Rachen- und Schlundbereich. Durch großflächige Vernarbungen sind die Organe zerstört.

Was muss man tun? - Erste Maßnahmen und Verhaltenstipps

  • Beachten Sie den Eigenschutz.
  • Mit Säure und Lauge getränkte Kleidung sofort ausziehen. Verklebte oder verschmolzene Kleidung werden in der Wunde belassen.
  • Alle Verätzungen werden gründlich (15 bis 20 Minuten) am besten mit steriler Flüssigkeit gespült; ist diese nicht zur Hand, dann auch mit fließendem kalten Wasser, Bier, Limonade oder ähnlichem; die Infektionsverhütung tritt hierbei in den Hintergrund; Vorsicht bei Kindern und bei ausgedehnten Verätzungen: Gefahr von Unterkühlung.
  • Rufen sie den Rettungsdienst und Notarzt.
  • Rufen Sie den Giftnotruf an.
  • Offene Wunden nach dem Spülen, locker steril abdecken, am besten mit metallbedampften Kompressen und Verbandtüchern.
  • Blasen nicht öffnen.
  • Keine Salbe oder Creme in offene Wunden.
  • Schocklagerung und -bekämpfung.


Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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