Verätzungen sind Verletzungen von Haut oder Schleimhäuten, die durch den Kontakt mit ätzenden Stoffen wie Säuren oder Laugen entstehen. Wie schwer die Schädigung ist, hängt von der Art, Konzentration, Menge und Dauer des Kontakts ab. Verätzungen können oberflächlich sein, aber auch tiefes Gewebe dauerhaft zerstören.
Ätzende Substanzen finden sich nicht nur in Industrie und Handwerk, sondern auch in vielen Haushalts- und Reinigungsmitteln. Gelangen sie auf die Haut, in die Augen oder werden verschluckt, greifen sie das Gewebe an und verursachen teils starke Schmerzen. Laugen dringen oft tiefer ins Gewebe ein als Säuren und gelten deshalb als besonders gefährlich. Verätzungen ähneln in ihrem Aussehen häufig Verbrennungen durch Hitze.
Die Beschwerden hängen davon ab, welcher Körperbereich betroffen ist und wie stark die Einwirkung war.
Verätzungen der Haut oder Augen sind oft gekennzeichnet durch:
Nach dem Verschlucken ätzender Stoffe können auftreten:
Der Schaden kann sich auch nach dem Kontakt weiter verschlimmern, da die Stoffe noch längere Zeit im Gewebe wirken.
Schwere Verätzungen können zu dauerhaften Schäden führen. Dazu gehören Narben, Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen. Augenverätzungen können das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen oder sogar zur Erblindung führen. Werden Speiseröhre oder Magen verätzt, drohen Vernarbungen, Engstellen oder lebensbedrohliche Komplikationen. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen.
Verätzungen entstehen durch den Kontakt mit Säuren oder Laugen. Häufige Auslöser sind:
Besonders gefährdet sind Menschen, die beruflich oder beim Heimwerken mit Chemikalien arbeiten, vor allem ohne geeignete Schutzkleidung. Auch Kinder sind gefährdet, wenn ätzende Produkte nicht sicher aufbewahrt werden. Unfälle passieren durch Verschütten, Spritzen, Verschlucken oder falsche Handhabung.
Das macht der Arzt: Jede Verätzung sollte ärztlich behandelt werden. Im Mittelpunkt jeglicher Versorgung steht die sofortige und gründliche Spülung, um den ätzenden Stoff zu entfernen. Je nach Verletzung werden Haut, Augen oder Schleimhäute weiter versorgt und mögliche Komplikationen überwacht. Bei schweren Verätzungen erfolgt die Behandlung im Krankenhaus, bei Augen- oder inneren Verletzungen oft durch spezialisierte Fachärzte. Schmerzbehandlung und Wundversorgung sind ebenfalls Teil der Therapie.
Das kann man selbst tun: Bei Verätzungen zählt schnelles Handeln:
Zur Vorbeugung helfen Schutzmassnahmen wie Handschuhe, Schutzbrille und geeignete Arbeitskleidung sowie die sichere Aufbewahrung von Chemikalien ausserhalb der Reichweite von Kindern.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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