Quetschwunden

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  02.04.2026 00:00 Uhr

Quetschwunden entstehen, wenn Gewebe durch starken oder länger anhaltenden Druck verletzt wird, zum Beispiel bei Unfällen, Einklemmungen oder langem Liegen. Dabei können Haut, Muskeln und Blutgefässe geschädigt werden; je nach Schwere reichen die Folgen von schmerzhaften Blutergüssen bis hin zu schweren inneren Verletzungen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Eine Quetschverletzung entsteht, wenn ein Körperteil durch starken Druck oder Einklemmen geschädigt wird. Solche Verletzungen können bei kleineren Unfällen im Haushalt bei Verkehrsunfällen, durch herabfallende Trümmer oder auch durch längeren Druck des eigenen Körpergewichts auftreten, etwa wenn eine Person nach einem Sturz oder Schlaganfall bewegungslos liegen bleibt. Besonders häufig sind Beine und Arme betroffen.

Symptome / Verlauf

Eine Quetschverletzung ist nicht immer sofort erkennbar. Meistens sind Quetschungen sehr schmerzhaft und es bildet sich ein blauer Fleck. Kleinere Quetschungen sollte man kühlen. Sie heilen in der Regel von allein aus.
Bei grösseren Quetschungen können im Inneren jedoch schwere Schäden entstehen. Der Schwere der Verletzung hängt davon ab, wie stark der Druck war und wie lange er auf das Gewebe eingewirkt hat. Je länger der Druck anhält, desto grösser ist das Risiko, dass sich ein Quetschsyndrom entwickelt. Deshalb ist es wichtig, dass eingeklemmte Personen so schnell wie möglich befreit und medizinisch versorgt werden, unabhängig davon, wie lange sie bereits festgelegen haben. Manchmal verspüren Betroffene übrigens nur geringe Schmerzen und äusserlich können sichtbare Verletzungszeichen fehlen.

Folgen / Komplikationen

Ein Quetschsyndrom kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Durch den Zerfall von Muskelgewebe gelangen schädliche Stoffe in den Blutkreislauf. Dies kann zu einem Kreislaufschock führen. Ausserdem kann es zu Nieren- und Herzproblemen kommen. Auch Amputationen können nach starken Quetschungen nötig sein. Ohne rechtzeitige Behandlung verschlechtert sich die Prognose erheblich.

Risikofaktoren / Ursachen

Ein erhöhtes Risiko für schwere Quetschverletzungen und ein Quetschsyndrom besteht insbesondere bei:

  • Verkehrsunfällen mit Einklemmung
  • Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Gebäudeeinstürzen
  • Industrie- und Arbeitsunfällen
  • Stürzen mit anschliessender Bewegungsunfähigkeit
  • längerem Liegen nach Schlaganfall oder Bewusstseinsstörungen

Das kann helfen

Das macht der Arzt: In der medizinischen Versorgung steht bei einer starken Quetschwunde zunächst die rasche Stabilisierung der betroffenen Person im Vordergrund. Flüssigkeitsversorgung und Blutwerte werden kontrolliert. Bei Bedarf gibt der Arzt Medikamente oder leitet einen operativen Eingriff ein. Bei schweren Verläufen ist eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich.
Das kann man selbst tun: Als Ersthelfer sollte man zunächst die Unfallstelle absichern und bei Bedarf einen Notarzt rufen. Ansonsten helfen diese Massnahmen:

  • Wenn es sicher möglich ist, die Quetschung so schnell wie möglich beenden
  • Bei kleineren Quetschungen die Stelle mit einem Kühlpack kühlen.
  • Starke äussere Blutungen durch Druckverband stillen
  • Die betroffene Person warmhalten, um Unterkühlung zu vermeiden
  • Beruhigend auf die Person einwirken und ihren Zustand ständig beobachten
  • Auch ohne sichtbare Verletzungen oder Schmerzen immer eine ärztliche Abklärung veranlassen

Quellenangabe:
Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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