Krankheitsbild
Stichwunden sind Verletzungen, die zum Beispiel durch Messer oder andere spitze Gegenstände entstehen. Dabei ist die Wunde oft tiefer als sie von aussen aussieht. Häufig steckt der verursachende Gegenstand noch in der Wunde. Stichverletzungen können sehr gefährlich und sogar tödlich sein und erfordern schnelles Handeln.
Symptome / Verlauf
Von aussen bluten Stichwunden oft weniger als erwartet, obwohl sie im Inneren sehr ernst sein können. Die Verletzungen sind meist schmerzhaft. Entlang des Stichkanals können Muskeln, Nerven, Blutgefässe oder Organe verletzt werden. Grosse Mengen Blut können sich unbemerkt im Körperinnern sammeln. Mitunter erleiden Betroffene auch einen Schock. Wenn Keime in den Stichkanal eindringen, kann es zu Infektionen kommen.
Folgen / Komplikationen
Mögliche Folgen sind starke innere Blutungen, Schäden an wichtigen Strukturen wie Nerven oder Organen sowie Infektionen, da Stichwunden meist tief in den Körper reichen. Besonders gefährlich ist das unbedachte Entfernen eines in der Wunde steckenden Gegenstandes, da dieser möglicherweise ein verletztes Blutgefäss abdichtet. Ohne schnelle Versorgung können Stichverletzungen lebensbedrohlich sein.
Ursachen / Risikofaktoren
Die meisten Stichverletzungen entstehen durch Unachtsamkeit und Unfälle. Sie können durch konsequente Beachtung von Sicherheitsvorschriften und das Beseitigen von Gefahrenquellen vermieden werden. Weitere Ursachen sind kriminelle Gewalttaten.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Der Arzt beurteilt die Tiefe und Schwere der Verletzung, insbesondere anhand des Stichwerkzeugs, falls dieses mitgebracht wird. Er versorgt die Wunde fachgerecht, kontrolliert mögliche innere Verletzungen und behandelt Blutungen, Infektionen oder Schockzustände. Die ärztliche Versorgung ist bei Stichwunden immer notwendig.
Das kann man selbst tun: Entscheidend ist ruhiges und schnelles Handeln. Die Blutung muss gestoppt und der Verletzte stabilisiert werden, bis professionelle Hilfe eintrifft. Es ist wichtig, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen und Hilfe zu holen. Das Befolgen einfacher Erste-Hilfe-Massnahmen kann lebensrettend sein:
- Sofort den Notruf (112) alarmieren.
- Den Verletzten beruhigen.
- Fremdkörper niemals entfernen, wenn er noch in der Wunde steckt. Am besten mit sterilem Verbandmaterial fixieren.
- Die Wunde steril abdecken.
- Wenn das Stichwerkzeug nicht mehr in der Wunde steckt, zum Arzt mitnehmen.
- Bei Blutungen möglichst einen Druckverband anlegen.
Quellenangabe:
Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.