Mechanische, chemische oder physikalische Verletzungen der Hornhaut des Auges.
Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die Lederhaut, eine feste Bindegewebsschicht, bildet das Stützgewebe des Auges. Sie geht vorne in die durchsichtige Hornhaut über. Diese besteht aus insgesamt fünf Schichten, enthält keine Gefäße und wird unter anderem durch den Tränenfilm und das Kammerwasser des Auges ernährt. Aufgrund der Gefäßlosigkeit heilen tiefer gehende Hornhautverletzungen nur sehr langsam.
Als mechanische Verletzung der Hornhaut bezeichnet man Fremdkörper im Auge und Hornhautabschürfungen. Letztere können beispielsweise durch Berührung der Hornhaut mit Fingernägeln, Schminkutensilien, Ästen von Büschen oder auch falsch eingesetzten Kontaktlinsen verursacht werden.
Chemische Verletzungen der Hornhaut durch Berührung mit Säuren oder Laugen, z.B. Reinigungsmittel, Kleber oder Tränengas, können schwerwiegende Folgen haben. Besonders Verätzungen mit Laugen sind sehr gefährlich!
Unter physikalischen Verletzungen versteht man Schäden durch Verbrennungen oder starke Lichteinstrahlung, das so genannte Verblitzen, welches z.B. durch unsachgemäßes Arbeiten mit dem Schweißgerät oder durch Skifahren in großer Höhe bei Sonne ohne entsprechenden Augenschutz ausgelöst wird.
Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Hornhaut ist für unser Auge extrem wichtig. Um sie zu schützen führt schon die leiseste Berührung zum Lidschluss. Jede Hornhautverletzung verursacht krampfartige Schmerzen, vermehrten Tränenfluss und das Auge wird krampfhaft geschlossen gehalten.
Je nach Verletzungsart kommen folgende Beschwerden hinzu:
Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Der Verlauf einer Hornhautverletzung ist von der Verletzungsart aber auch von der Zeitdauer bis zur Erstversorgung abhängig:
Bearbeitungsstand: 27.07.2012
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Eine Hornhautverletzung der Augen entsteht oft, wenn ein Fremdkörper wie etwa ein Sandkorn oder Rückstände vom Schleifen, Bohren oder Sägen zwischen den Augapfel und das Augenlid oder unter eine Kontaktlinse gerät. Dann kommt es meist nur zu einer oberflächlichen Verletzung der Schutzschicht der Hornhautoberfläche, die aber mit schmerzenden und tränenden Augen verbunden ist. Eine Behandlung dient dazu, Schmerzen zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Bei einer stärkeren Hornhautverletzung der Augen ist mitunter eine Behandlung in der Augenklinik angezeigt.
Bevor man bei einer Hornhautverletzung der Augen mit einer Behandlung beginnt, gilt es, den ursächlichen Fremdkörper im Auge zu entfernen. Das Auge selbst versucht durch unwillkürliches Blinzeln und Tränen, den Fremdkörper heraus zu spülen. Wenn der Fremdkörper trotzdem im Auge verbleibt, kann man vorsichtig versuchen, ihn zu entfernen, zum Beispiel mit einem frischen Taschentuch.
Bei einer Hornhautverletzung der Augen, entsteht unwillkürlich das Bedürfnis, den Fremdkörper durch Reiben zu entfernen. Dies sollte man jedoch unbedingt unterlassen, um die Hornhaut nicht noch weiter zu beschädigen. Wenn der Fremdkörper selbst nicht entfernt werden kann, kann der Augenarzt helfen.
Eine kleine Hornhautveretzung der Augen heilt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Tagen von selbst ab, sodass nicht zwangsläufig eine Behandlung erforderlich ist. Da aber dabei auch Komplikationen auftreten können, sollte man vorsichtshalber den Arzt aufsuchen. Außerdem ist es sinnvoll, sich Medikamente verschreiben zu lassen, die die Augenschmerzen lindern, die Selbstheilung fördern und das Auge beruhigen. Häufig kommen bei einer Hornhautverletzung der Augen Salben zum Einsatz, die Schmerzmittel, entspannende Wirkstoffe oder Antibiotika enthalten. Schmerzmittel gegen Augenschmerzen wie die sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) gibt es als Tabletten oder Augentropfen.
Beruhigende Medikamente weiten die Pupille, sodass das Auge für die Zeit der Behandlung lichtempfindlicher wird und die Sehschärfe beeinträchtigt ist.
Auf einen Verband wird bei kleinen Hornhautverletzungen der Augen in der Regel verzichtet, da nicht erwiesen ist, dass er den Heilungsprozess beschleunigt. Außerdem behindert ein Verband das dreidimensionale Sehen, was den Betroffenen zusätzlich beeinträchtigt.
Entsteht eine Hornhautverletzung der Augen durch größere Fremdkörper, die mit Wucht ins Auge gelangen und eine größere Wunde verursachen, ist eine Behandlung durch den Arzt unumgänglich. Als erste Maßnahme sollte man das Auge vorsichtig bedecken und sich dann am besten in eine Augenklinik begeben. Bei größeren Verletzungen kann eine Operation notwendig sein, um die Wunde zu verschließen. Gleichzeitig ist eine lokale Therapie mit Augentropfen oder Augensalben angezeigt, sowie eine systemische Behandlung mit Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten in Form von Tabletten oder Infusionen.
© aponet.de
Letzte Aktualisierung: August 2017
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