Eine Schussverletzung ist eine Verletzung, die durch ein Geschoss aus einer Schusswaffe entsteht. Dabei wird das Gewebe nicht nur direkt getroffen, sondern auch durch die starke Energie des Geschosses zusätzlich geschädigt. Schussverletzungen sind immer gefährlich und müssen sofort ärztlich behandelt werden.
Schussverletzungen sind in Deutschland relativ selten. Dennoch kommen sie bei bewaffneten Überfällen, Amokläufen, Polizeieinsätzen oder Selbstmordversuchen hin und wieder vor. Schussverletzungen werden in der Regel durch die Projektile aus Schusswaffen verursacht. Projektile aus Gewehren sorgen aufgrund ihrer Geschwindigkeit und ihrer Beschaffenheit (Vollmantelgeschosse) öfter für Durchschüsse. Handfeuerwaffen der Polizei haben in der Regel Projektile (Teilmantelgeschosse), die sich nach eindringen in den Körper verformen und dort verbleiben. Sie können so in der Regel keine weiteren Personen verletzten.
Durch eine Schusswunde wird zum einen direkt das Gewebe zerstört, in das das Projektil eindringt. Man spricht vom permanenten Wundkanal. Ausserdem entstehen durch die hohe Energieabgabe Druckwellen, die das Gewebe zusätzlich zerstören. Experten sprechen von einer temporären Wundhöhle. Diese Verletzungen fallen bei Gewehren und aufgelegten Schüssen in der Regel grösser aus. Auch die Beschaffenheit des Gewebes spielt eine Rolle: Während in Lungengewebe eher weniger Schaden entsteht, werden Muskel und vor allem Organe wie die Leber oft stärker geschädigt. Bei Schusswunden besteht immer Infektionsgefahr.
Durch Schusswunden können Muskeln, Organe, Blutgefässe und Knochen geschädigt werden. Starker Blutverlust, Organschäden und Infektionen können zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Bei Schussverletzungen sollte immer sofort der Notarzt gerufen werden. Nach einer Erstversorgung erfolgt im Krankenhaus in der Regel ein chirurgischer Eingriff.
Das macht der Arzt: Der Notarzt kann den Verletzten stabilisieren. Die weitere chirurgische Behandlung erfolgt im Krankenhaus.
Das kann man selbst tun: Bei Schussverletzungen immer sofort den Notarzt rufen. Als Ersthelfer kann man versuchen, Blutungen durch einen Druckverband zu stoppen. Ein und Austrittswunde mit einem sterilen Verband abdecken.Quellenangabe:
Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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