Dekubitus

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  08.01.2026 00:00 Uhr

Druckgeschwüre, auch Dekubitus oder Druckverletzungen genannt, entstehen durch länger anhaltenden Druck auf die Haut, oft in Verbindung mit Reibung, Zug oder Feuchtigkeit. Besonders betroffen sind Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder gestörter Wundheilung. Werden sie früh erkannt, heilen Druckgeschwüre meist gut, unbehandelt können sie jedoch ernsthafte Folgen haben.

Inhaltsverzeichnis

Dekubitus

Druckgeschwüre, auch Dekubitus oder Druckverletzungen genannt, entstehen durch länger anhaltenden Druck auf die Haut, oft in Verbindung mit Reibung, Zug oder Feuchtigkeit. Besonders betroffen sind Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder gestörter Wundheilung. Werden sie früh erkannt, heilen Druckgeschwüre meist gut, unbehandelt können sie jedoch ernsthafte Folgen haben.

Krankheitsbild

Druckgeschwüre werden auch als Dekubitus, Druckverletzungen oder Wundliegen bezeichnet. Sie entstehen, wenn auf die Haut über längere Zeit Druck wirkt, oft zusammen mit Reibung, Ziehen an der Haut oder Feuchtigkeit. Häufig sind ältere Menschen betroffen, die sich nicht mehr gut bewegen können und sich hauptsächlich in Bett oder Rollstuhl aufhalten. Aber auch Gipsverbände oder Schienen können zu Druckgeschwüren führen. Menschen mit gestörter Wundheilung oder gestörtem Schmerzempfinden sind häufiger betroffen. Werden Druckgeschwüre früh behandelt, heilen sie oft gut. Unbehandelt können sie jedoch gefährlich sein und die Pflege oder den Krankenhausaufenthalt deutlich verlängern.

Symptome/Verlauf

Druckgeschwüre verursachen meist Schmerzen und Juckreiz. Bei Menschen mit gestörtem Schmerzempfinden können jedoch selbst schwere Druckgeschwüre ohne Schmerzen auftreten. Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein. Druckgeschwüre werden nach dem Ausmass der Gewebeschädigung in vier Grade eingeteilt:
Grad 1: Bei heller Haut rosa-rot verfärbt. Bei dunkler Haut oft kaum erkennbar. Die betroffene Stelle kann druckempfindlicher sein und sich anders anfühlen als die umgebende Haut.
Grad 2: Flaches Druckgeschwür mit rosafarbener bis roter Oberfläche. Die Haut kann aufgerieben sein und es zeigen sich zum Teil Blasen. Tieferes Gewebe ist noch nicht sichtbar.
Grad 3: Alle Hautschichten sind betroffen und die Wunde reicht bis zur Fettschicht. Oft erscheint die Wunde kraterförmig. Muskeln und Knochen sind nicht betroffen.
Grad 4: Die Haut ist vollständig zerstört. Tiefe Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Knochen sind sichtbar.
Nach sechsmonatiger Behandlung heilen rund zwei Drittel der Druckgeschwüre von Grad 2 ab, die Hälfte der Druckgeschwüre von Grad 3 und etwa 30 Prozent der Druckgeschwüre von Grad 4.

Folgen/Komplikationen

Druckgeschwüre können ernste Folgen haben, vor allem wenn sie sich infizieren. Bakterielle Infektionen sind die häufigste Komplikation. Infektionen zeigen sich durch Rötung, Eiter oder Schmerzen. Entzündet sich die Wunde, verzögert dies bei oberflächlichen Druckgeschwüren die Heilung und kann bei tiefen Druckgeschwüren lebensbedrohlich werden.
Heilen infizierte Druckgeschwüre nicht ab, können sich Infektionen der Haut in das darunter liegende Gewebe ausbreiten. Manchmal entstehen auch sogenannte Fisteln, bei denen sich krankhafte Verbindungsgänge zu tiefer liegenden Körperbereichen bilden, zum Beispiel zum Darm. Die Infektion kann ausserdem auf Knochen oder Gelenke übergreifen und dabei Muskeln und anderes tiefes Gewebe zerstören. In schweren Fällen können Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. Dies kann zu Fieber oder Schüttelfrost führen und dazu, dass sich die Infektion auf wichtige Organe wie das Gehirn oder das Herz ausbreitet.

Ursachen/Risikofaktoren

Druckgeschwüre entstehen vor allem durch länger anhaltenden Druck, oft verstärkt durch Zug an der Haut (aufrechtes Sitzen im Bett), Reibung und Feuchtigkeit. Besonders gefährdet sind ältere Menschen ab 65 Jahren, da ihre Haut dünner ist, weniger gut durchblutet und mitunter langsamer heilt. Ein erhöhtes Risiko besteht ausserdem bei eingeschränkter Beweglichkeit, zum Beispiel bei Bettlägerigkeit, Rollstuhlabhängigkeit, Lähmungen oder bei Krankenhausaufenthalten. Menschen mit Nervenschädigung spüren Druck oder Schmerzen oft nicht und wechseln ihre Position seltener. Sie bemerken Druckgeschwüre mitunter sehr spät. Auch eine verzögerte Wundheilung, wie zum Beispiel bei Diabetes, kann das Risiko erhöhen. Bei Mangelernährung entstehen Druckgeschwüre mitunter leichter und heilen auch schwerer ab. Feuchtigkeit durch Schweiss, Urin oder Stuhl und wiederholte Reibung der Haut, etwa an Bettwäsche oder Kleidung, begünstigen ebenfalls die Entstehung von Druckgeschwüren.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Bei bestehenden Druckgeschwüren ist das A und O ein häufiges Umlagern zur Druckentlastung. Ausserdem müssen die Wunden regelmässig gereinigt und verbunden werden, bei Bedarf bekommen die Patienten Schmerzmittel. Bei Infektionen erfolgt eine Antibiotikatherapie. In schwereren Fällen muss geschädigtes Gewebe zum Teil entfernt werden.
Was man selbst tun kann: Druckgeschwüren kann man durch verschiedene Massnahmen vorbeugen. Am besten ist es, selbst in Bewegung zu bleiben. Ist dies nicht möglich, sollten Menschen, die sich nicht bewegen können, alle ein bis zwei Stunden umgelagert werden. Eine gute Hautpflege und eine ausgewogene Ernährung tragen ebenfalls zur Vorsorge bei.

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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