Verstopfung: Wie gut Flohsamen der Verdauung helfen

Katrin Faßnacht-Lee  |  16.04.2026 10:16 Uhr

Flohsamen bei chronischer Verstopfung: Wie die Ballaststoffe helfen, den Stuhl weicher zu machen und die Verdauung in Gang zu bringen.

Eine Hand hält ein Glas mit in Wasser eingeweichten Flohsamen.
Flohsamen oder Flohsamenschalen sollten immer mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, damit sie im Darm quellen und wirken können.
© marinesea/iStockphoto

Eine chronische Verstopfung kann den Alltag stark belasten. Ballaststoffe sollen helfen. Wie gut vor allem Flohsamen die Verdauung unterstützen, zeigt eine aktuelle Untersuchung.

Rund 15 Prozent der Bevölkerung leidet unter starker Verstopfung

Etwa 15 Prozent der europäischen Bevölkerung leiden unter chronischer Verstopfung, besonders oft Frauen und ältere Menschen. Typische Symptome: Betroffene haben über drei Monate oder länger besonders harten Stuhl, können seltener als dreimal in der Woche den Darm entleeren und der Stuhlgang fällt schwer. Viele leiden häufig zusätzlich unter Völlegefühl, Blähungen oder Bauchschmerzen. 

Trinken, Bewegung und Ballaststoffe gegen Verstopfung

Zu den ersten Maßnahmen bei der sogenannten chronischen Obstipation gehören in der Regel:

  • ausreichend trinken (mindestens 1,5 Liter am Tag)
  • regelmäßige bewegen
  • ballaststoffreich essen (mindestens 30 g am Tag), zum Beispiel auch in Form von Flohsamen oder Weizenkleie.

Im aktuellen Newsletter EviNews der Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker – haben Forschende vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit an der Universität Leipzig anhand einer Metaanalyse nun beleuchtet, wie gut Flohsamen bei Erwachsenen mit chronischer Obstipation tatsächlich helfen.

Wie gut helfen Flohsamen der Verdauung wirklich?

Die Untersuchung zeigt: Flohsamen und Flohsamenschalen können bei chronischer Verstopfung die Verdauung spürbar in Schwung bringen. Insgesamt sprachen mehr Teilnehmende auf die Behandlung an als bei anderen Ballaststoffen. Besonders deutlich: Die Teilnehmenden mussten häufiger auf die Toilette – im Durchschnitt etwa drei Stuhlgänge mehr pro Woche.

Außerdem wurde der Stuhl weicher und die Betroffenen mussten beim Toilettengang weniger stark pressen. Hier konnten Flohsamen also gezielt helfen.

So nimmt man Flohsamen richtig ein

Die Auswertung deutet darauf hin, dass die Wirkung stärker ausfällt, wenn mehr als 10 Gramm Ballaststoffe pro Tag eingenommen werden und die Anwendung über mindestens vier Wochen erfolgt. Eine genaue Dosierung lässt sich daraus aber nicht sicher ableiten, da die Studien unterschiedlich aufgebaut waren.

Flohsamen gelten insgesamt als gut verträglich, schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Entscheidend ist aber die richtige Anwendung: Flohsamen oder Flohsamenschalen sollten immer mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, damit sie im Darm quellen und wirken können.

Bei starken Verdauungsbeschwerden immer zum Arzt

Wichtig bleibt: Chronische Verstopfung sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders bei Warnzeichen wie:

  • Blut im Stuhl,
  • starken Schmerzen,
  • Erbrechen,
  • ungewolltem Gewichtsverlust oder
  • wenn die Beschwerden plötzlich neu auftreten.

Quelle: Newsletter zur evidenzbasierten Selbstmedikation, Zentrum für Arzneimittelsicherheit an der Universität Leipzig / Avoxa.

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