Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den Krebsarten mit den bislang schlechtesten Heilungschancen. Nun macht ein neuer Wirkstoff Hoffnung: In einer großen internationalen Studie lebten Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung deutlich länger als unter einer Standard-Chemotherapie.

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst spät entdeckt. Die Beschwerden sind meist unspezifisch, sodass die Erkrankung häufig bereits Metastasen gebildet hat, wenn die Diagnose gestellt wird. Die Behandlung zielt dann meist darauf ab, Beschwerden zu lindern und das Leben zu verlängern.
Ein neuer Wirkstoff namens Daraxonrasib könnte die Behandlungsmöglichkeiten nun deutlich verbessern. Das Medikament richtet sich gegen eine Veränderung im sogenannten RAS-Gen, die bei rund 90 Prozent der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankungen vorkommt. Diese Genveränderung sorgt dafür, dass Krebszellen dauerhaft Wachstumssignale erhalten und sich unkontrolliert vermehren.
In einer internationalen Phase-III-Studie am Memorial Sloan Kettering Krebszentrum in New York wurden 500 Menschen mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs entweder mit Daraxonrasib oder mit einer Chemotherapie behandelt.
Das Ergebnis fiel deutlich aus:
Auch die Zeit, in der die Erkrankung nicht weiter fortschritt, verlängerte sich deutlich. Sie lag mit Daraxonrasib bei 7,2 Monaten, unter Chemotherapie bei 3,6 Monaten.
Schwere Nebenwirkungen traten unter Daraxonrasib etwas seltener auf als unter Chemotherapie. Besonders auffällig: Nur 1,2 Prozent der Patienten brachen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. In der Chemotherapie-Gruppe lag dieser Anteil bei 11,2 Prozent.
Die Ergebnisse sorgen in Fachkreisen für große Aufmerksamkeit. Experten bezeichnen den Ansatz als besonders überzeugend, weil das Medikament für die Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit Pankreaskarzinom hochrelevant ist.
Nach den positiven Studiendaten hat die US-Arzneimittelbehörde FDA bereits ermöglicht, dass Daraxonrasib in bestimmten Fällen schon vor einer regulären Zulassung eingesetzt werden kann. Für Betroffene hierzulande könnte nun entscheidend sein, wie schnell die Zulassungsverfahren in den USA und Europa voranschreiten.
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