In der medizinischen Leitlinie zur Lyme-Borreliose der Haut weisen Experten darauf hin, die Einstichstelle nach einem Zeckenstich am besten sechs Wochen lang zu beobachten. Denn eine typische Wanderröte tritt oft erst Tage oder Wochen nach dem Stich auf.
Wie sich eine lokale Infektion zeigen kann
Zecken übertragen manchmal beim Saugen Bakterien, sogenannte Borrelien. Wenn das Immunsystem sie nicht sofort beseitigt, kann es zu einer lokalen Infektion kommen. Typisch dafür ist eine sich langsam ausbreitende Rötung rund um die Einstichstelle. Sie wird mit der Zeit größer, erreicht mindestens fünf Zentimeter Durchmesser und ist am Rand oft stärker gerötet als in der Mitte. Diese tritt jedoch nicht in jedem Fall auf.
Nicht jede Wanderröte sieht typisch aus
„Es ist wichtig, die Einstichstelle bis zu sechs Wochen zu beobachten und die Hautmanifestation richtig zu deuten. Es gibt allerdings auch ein atypisches Erythema migrans, das all diese Anzeichen nicht hat. Selbst Ärztinnen und Ärzte können es mitunter schwer deuten“, sagte Prof. Dr. med. Heidelore Hofmann, Koordinatorin des Expertengremiums. Daher sollten ihr zufolge diese Patientinnen und Patienten in die dermatologische Praxis überwiesen werden. Weitere Begleitsymptome können grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellungen oder Müdigkeit sein.
Handelt es sich um eine Infektion mit Borrelien, so wird mit Medikamenten behandelt: „Im Frühstadium ist die sogenannte Lyme-Borreliose durch die leitliniengerechte Antibiotikatherapie vollständig heilbar. Dadurch werden Spätmanifestationen verhindert“, erklärte Hofmann. Vorbeugend werden nach einem Zeckenstich in Deutschland normalerweise keine Antibiotika empfohlen. Erst bei einer Borreliose, etwa mit Wanderröte, wird behandelt.
So schützen Sie sich vor Zeckenstichen
- Zeckenschutzmittel verwenden, auch auf Hosenbeinen, Socken und Schuhen.
- Lange, helle Kleidung tragen.
- Nach dem Aufenthalt im Freien und im Wald den Körper gründlich nach Zecken absuchen.
- Wird eine Zecke gefunden, diese so bald wie möglich entfernen und die Stichstelle desinfizieren. Die Zecke kann mit einer geeigneten Pinzette oder Zeckenkarte langsam aus der Haut gezogen oder geschoben werden. Dabei den Zeckenkörper möglichst nicht drücken. Sollten kleine Reste vom Stechapparat der Zecke in der Haut steckenbleiben, diese in einer Arztpraxis entfernen lassen. Durch diese Reste werden keine Borrelien übertragen.
Quelle: S2k-Leitlinie 013-044 "Kutane Lyme Borreliose"