Draußen spielen und toben: Im Sommer sind gerade Kinder gerne draußen. Zeckenstiche bleiben da nicht aus. Experten raten zu einfachen Vorsorgemaßnahmen, um Zecken abzuwehren und möglichen Infektionen vorzubeugen.
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Die hierzulande sehr häufige Ixodes-Zecke kommt praktisch überall vor, wo es Pflanzen gibt. Sie klettert auf exponierte Stellen wie Grashalme, Gebüsche oder Totholz – in der Regel nur bis zu einen Meter hoch. Bei Kontakt mit einem Tier oder Menschen lässt sie sich abstreifen und hält sich fest. Draußen spielende Kinder fangen sich auf diesem Wege leicht Zecken ein.
Warum Zecken problematisch sein können
Mitunter können Zecken bei einem Stich Krankheitskeime übertragen, zum Beispiel eine Borreliose. Die Symptome sind oft eher mild, können aber auch die Gelenke, das Nervensystem oder das Herz betreffen. Eine andere durch Zecken übertragene Krankheit ist die durch Viren verursachte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Hirnhautentzündung.
Nach dem Spielen draußen Duschen und Absuchen
Abduschen: Vorsorge kann das Infektionsrisiko deutlich senken. In einer aktuellen Veröffentlichung der Tufts University School of Medicine in den USA empfiehlt der Immunologe Linden Hu direkt nach Aufenthalten in der Natur zu duschen. Das sei eine gute Möglichkeit, Zecken loszuwerden, da diese oft erst einige Zeit auf der Haut herumkrabbeln, bevor sie sich festbeißen. In dieser Zeit lassen sie sich noch wegspülen. Sitzen sie einmal fest, funktioniert dies nicht mehr.
Absuchen: Ebenso wichtig sind tägliche Zecken-Checks – vor allem an typischen Stellen wie hinter den Ohren, unter den Achseln, an Kniekehlen und Hosenbund sowie entlang der Kopfhaut. Die Checks sind sehr hilfreich, denn es kann nach dem Stich ein bis zwei Tage dauern, bis Borreliose-Keime aus dem Zeckendarm in die Wunde gelangen, aus der die ZeckeBlut saugt. Entdeckt und entfernt man die Zecke also bald nach dem Stich, sinkt das Infektionsrisiko. Wichtig: genau schauen, denn junge Zecken sind deutlich kleiner als ausgewachsene Tiere.
Insektenschutzmittel: Zum Schutz vor Stichen empfehlen Experten zudem Insektenschutzmittel etwa mit dem Wirkstoff DEET, die wiederholt angewendet werden müssen. Zusätzlich können mit Permethrin behandelte Kleidung, Schuhe oder Socken helfen. Der Wirkstoff tötet Zecken ab, bevor sie zustechen. Allerdings ist Permethrin giftig für Katzen und sollte daher von ihnen ferngehalten werden. Apotheker können zur Anwendung von Insekten und Zecken abwehrenden Mitteln beraten.
Möglicherwiese könnte es in Zukunft auch einen Impfstoff zur Borreliose-Vorsorge geben, ein entsprechendes Präparat wird derzeit in den USA getestet und scheint recht wirksam zu sein. Aktuell ist aber noch kein Impfstoff verfügbar.
So sollten Zecken entfernt werden
Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst nah an der Haut mit einer Pinzette, einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte langsam herausgezogen werden. Starkes Reißen oder Drehen kann dazu führen, dass Teile des Stechapparates der Zecke in der Haut stecken bleiben. Linden Hu zufolge ist das jedoch kein Grund zur Panik und man soll nicht versuchen, die Reste zu entfernen. Der Körper stößt sie ähnlich ab wie etwa einen kleinen Holzsplitter. Man sollte die Stichstelle aber möglichst desinfizieren. In jedem Fall gilt es, auf Veränderungen an der Stichstelle achten, vor allem auf eine sich ausbreitende Hautrötung. Diese kann auf eine Borreliose hindeuten.