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Die 10 wichtigsten Fragen über Zecken und Borreliose

NK  |  06.06.2024

Obwohl Zecken in der wärmeren Jahreszeit fast allgegenwärtig im Wald anzutreffen sind, herrschen immer noch viele Irrtümer über die kleinen Blutsauger. Was wirklich stimmt, lesen Sie hier.

10 Fakten über Zecken und Borreliose im Überblick.
Zecken sind längst nicht nur im Frühjahr oder Sommer aktiv.
© Daniel Strauch - Fotolia
  1. Lassen sich Zecken von Bäumen fallen?
    Nein. Zecken lauern in Gräsern, im Gebüsch, im Unterholz und auf Sträuchern. Dort warten sie auf einen passenden Wirt und halten sich bei Kontakt in Sekundenschnelle an ihm fest. Sie brauchen immer die direkte Nähe zum Wirt. Die meisten Zecken befinden sich dabei in einer Höhe von weniger als einem Meter, oft sogar nur 10 bis 50 cm über dem Boden. Ein weiterer Irrtum ist, dass Zecken springen könnten.
  2. Sind Zecken ausschließlich im Sommer aktiv?
    Nein. Zecken können schon bei einer Außentemperatur von etwa sieben bis neun Grad Celsius aktiv werden. Solche Temperaturen werden selbst im Winter auf sonnenbeschienenen und windgeschützten Stellen tagsüber erreicht.

  3. Zecken: Beißen oder stechen sie?
    Zecken haben einen Stech- und Saugapparat, der aus zwei Mundwerkzeugen besteht. Mit diesen können sie die Haut des Wirtes aufschneiden bzw. aufreißen. Anschließend verankern sie den mit Widerhaken besetzten Stechrüssel in der Wunde. "Zeckenstich" ist somit ein zutreffenderer Begriff.
  4. Werden Zecken - genau wie Mücken - vor allem vom Körpergeruch angezogen?
    Nein. Zecken werden nicht von Menschen mit einem besonderen Duft angezogen. Auch helle Kleidung ist Zecken - anders als bei Mücken - völlig egal, da sie fast blind sind. Erst wenn die Zecke am Körper ist und sich einen Platz zur Blutaufnahme sucht, ist der Körpergeruch von Bedeutung. Hilfreich sind daher Repellents, die den eigene Körpergeruch überdecken: Die Zecke ist dann irritiert und findet keine geeignete Einstichstelle mehr.
  5. Wie entferne ich Zecken am besten?
    In keinem Fall sollte auf Maßnahmen wie Nagellackentferner, Alkohol oder Klebstoff zurückgegriffen werden. Denn dabei kann es sein, dass die Zecke ihren Darminhalt in die offene Wunde erbricht, in dem sich Krankheitserreger befinden. So kann es schließlich zu einer Infektion kommen. Die einzige wirksame Vorgehensweise ist das vorsichtige Herausziehen der Zecke mit einer Zeckenkarte oder einer langen und vorne spitzen Pinzette.
  6. Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?
    Zecken können eine Vielzahl von Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Zum einen zählt die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) dazu, gegen die es einen Impfschutz gibt. Zum anderen können Zecken auch Borrelien übertragen, die eine Borreliose auslösen können.
  7. Übertragen alle Zecken Borreliose-Bakterien?
    Nein. Nicht jede Zecke trägt Borrelien (Borreliose-Bakterien) in sich. Da nur bis zu 30 Prozent der Zecken in Deutschland die Bakterien in sich tragen und eine Borreliose übertragen können, muss nicht jeder Zeckenstich zum Ausbruch der Erkrankung führen.
  8. Gibt es eine Schutzimpfung gegen Borrelios?
    Leider nicht. Anders als bei der Erkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), die ebenfalls durch Zeckenstiche ausgelöst werden kann, gibt es bislang noch keine Schutzimpfung gegen Borreliose. Der einzige Schutz besteht damit in der Abwehr von Zeckenstichen. Sollte man dennoch gestochen worden sein, ist eine schnelle Entfernung der Zecke besonders wichtig.
  9. Reicht eine einmalige Borreliose-Erkrankung, um dagegen immun zu werden?
    Nein. Eine einmalige Borreliose bedeutet nicht, dass ein lebenslanger Schutz gegen eine neue Infektion besteht. Eine weitere Ansteckung und Erkrankung ist also durchaus möglich.
  10. Tritt bei einer Borreliose-Infektion immer die bekannte "Wanderröte" auf?
    Nein. Zwar entwickelt sich oftmals wenige Tage bis zu vier Wochen nach dem Stich einer mit Borrelien infizierten Zecke eine Rötung um die Stichstelle herum, die sich kreisförmig ausweiten kann. Dennoch macht sich eine Borreliose-Infektion in lediglich 50 bis 70 Prozent aller Fälle durch dieses eindeutige Merkmal bemerkbar. Es gilt daher, auf weitere Symptome zu achten. Dazu gehören grippeähnliche Anzeichen wie Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen.

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