Geschwollenes Augenlid: Oft steckt ein Gersten- oder Hagelkorn dahinter

Hanke Huber  |  28.05.2026 14:46 Uhr

Gersten- und Hagelkörner am Auge sind meist harmlos und heilen oft von selbst ab. Trotzdem können geschwollene Augenlider schmerzhaft sein oder immer wieder auftreten. Augenärzte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) erklären in einer Mitteilung, woran man die beiden Veränderungen erkennt, was hilft und welche Warnzeichen ärztlich abgeklärt werden sollten.

Frau von hinten, schaut in einen Spiegel, man sieht ein Auge im Spiegel
Bei einer langsam wachsenden Schwellung am Augenlid kann es sich um ein Hagel- oder Gerstenkorn handeln.
© nsnedza@gmail.com

„Es handelt sich in beiden Fällen um Entzündungen“, sagt DOG-Expertin Dr. med. Philomena Alice Wawer Matos Reimer vom Zentrum für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Köln. Ein Gerstenkorn entsteht durch eine bakterielle Entzündung am Lidrand. Typisch sind eine gerötete, schmerzhafte Schwellung und Eiterbildung.– ähnlich wie bei einem Pickel. Oft tut das Auge weh und reagiert empfindlich auf Berührung. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen wieder ab. Ein Hagelkorn entwickelt sich dagegen langsamer und kann Wochen oder Monate bleiben. Ursache ist meist ein verstopfter Ausführungsgang der sogenannten Meibomdrüsen im Augenlid. Das Knötchen ist häufig weniger schmerzhaft und nicht eitrig. Viele Betroffene bemerken zunächst nur eine kleine Verdickung am Lid. 

Was hilft bei geschwollenen Augenlidern?

Warme Kompressen plus Lidkantenpflege sind der DOG zufolge besonders hilfreich. Zunächst eine Wärmemaske oder ein warmes Kirschkernkissen fünf bis zehn Minuten auf die geschlossenen Augen legen. Anschließend kann das Lid vorsichtig mit einem Wattepad sanft zum Rand hin massiert und der Lidrand mit einem Wattstäbchen gereinigt werden. Ein Hausmittel sind lauwarme Kompressen mit schwarzem Tee. Fertige Tücher mit Schwarztee-Extrakt oder Teebaumöl gibt es in Apotheken

„Beim Gerstenkorn kann bei ausgeprägter bakterieller Entzündung eine antibiotische Augensalbe sinnvoll sein“, sagt Wawer Matos Reimer. Dies muss von einem Augenarzt oder einer Augenärztin verschrieben werden. 

Welche Menschen häufiger betroffen sind

Wiederkehrende Gersten- oder Hagelkörner hängen oft mit bestimmten Erkrankungen oder Lebensumständen zusammen. Dazu gehören:

  • Rosacea und Neurodermitis
  • Diabetes
  • Allergien  
  • Lidrandentzündungen  
  • chronisch-entzündliche Erkrankungen
  • geschwächtes Immunsystem
  • hormonelle Veränderungen wie Schwangerschaft oder Wechseljahre 

Auch Stress, Schlafmangel, Rauchen oder häufiges Augenreiben können Entzündungen am Lid begünstigen. 

So lässt sich vorbeugen

Eine regelmäßige Lidrandpflege kann helfen, verstopfte Drüsen zu vermeiden. „Unser Tipp ist, die Lidkantenpflege konsequent durchzuführen und in die tägliche Routine einzubauen, beispielsweise unter der warmen Dusche“, rät die Augenärztin. Wer Kontaktlinsen trägt, sollte außerdem besonders auf Hygiene achten. 

Hilfreich seien zudem Gelmasken, die man erwärmen kann, oder auch Doxycyclin, ein verschreibungspflichtiges Medikament, das die Sekrete verflüssigt und insbesondere bei Rosacea oder in hartnäckigeren Fällen notwendig werden kann. 

Bleibt ein Hagelkorn bestehen, kann ein kleiner Eingriff notwendig werden. Dabei entfernt der Augenarzt das entzündete Gewebe unter örtlicher Betäubung. 

Wann man mit einem Gerstenkorn zum Arzt sollte

In seltenen Fällen steckt hinter einer hartnäckigen Schwellung am Augenlid eine Tumorerkrankung. Warnzeichen sind:

  • Verlust von Wimpern
  • zunehmendes Wachstum der Schwellung
  • Blutungen oder schlecht heilende Stellen
  • Veränderungen am Lidrand 

Solche Beschwerden sollten zeitnah augenärztlich untersucht werden. 

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