HPV-Impfung verhindert Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs

Peter Erik Felzer  |  31.07.2026 10:09 Uhr

Die HPV-Impfung schützt vor Infektionen und kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs senken. Nun zeigt eine Studie aus England erstmals auf nationaler Ebene: Das Impfprogramm steht offenbar auch mit weniger Todesfällen durch die Erkrankung in Zusammenhang.

Mädchen hat ein Pflaster auf dem Arm
Die HPV-Impfung wird in Deutschland für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Sie kann vor mehreren HPV-bedingten Krebsarten schützen.
© Prostock-Studio/iStockphoto

Lange war bekannt, dass die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) Krebsvorstufen und Erkrankungen am Gebärmutterhals verhindern kann. Die entscheidende Frage lautete jedoch: Senkt sie auch die Zahl der Todesfälle? Genau darauf liefert eine aktuelle Analyse nun starke Hinweise.

Keine Todesfälle in einer geimpften Altersgruppe

Für die Studie werteten Forschende um Peter Sasieni und Milena Falcaro von der Queen Mary University of London bevölkerungsbezogene Sterbedaten aus England aus den Jahren 2001 bis 2024 aus. Grundlage war das nationale HPV-Impfprogramm, das 2008 für Mädchen im Alter von 12 bis 13 Jahren eingeführt wurde. Zusätzlich gab es eine Nachholkampagne für 14- bis 18-Jährige. Die Impfquote lag vor der Pandemie bei etwa 80 bis 90 Prozent. 

Besonders auffällig war das Ergebnis bei jungen Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren. In dieser Altersgruppe wurde in England zwischen 2020 und 2024 kein Todesfall durch Gebärmutterhalskrebs registriert. Nach Berechnungen der Studienautoren wären auf Basis früherer Daten ohne das Impfprogramm etwa 23 Todesfälle zu erwarten gewesen. Die betroffenen Frauen gehörten überwiegend zu den Jahrgängen, die bereits im Schulalter gegen HPV geimpft worden waren. 

Rund 200 verhinderte vorzeitige Todesfälle

Die Forscher beschränkten sich nicht auf eine einzelne Altersgruppe. Insgesamt kamen sie zu dem Ergebnis, dass das HPV-Impfprogramm in England vermutlich bereits rund 200 Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs verhindert hat. Dabei verglichen sie die tatsächlichen Sterbefälle mit den Zahlen, die anhand historischer Daten aus der Zeit vor Einführung des Impfprogramms zu erwarten gewesen wären.

Warum das für die Prävention wichtig ist

Humane Papillomviren gehören zu den wichtigsten Ursachen von Gebärmutterhalskrebs. Die neuen Daten deuten darauf hin, dass eine hohe Impfquote nicht nur Erkrankungen verhindern kann, sondern langfristig auch die Sterblichkeit durch bestimmte bösartige Tumore senkt. Für Deutschland sind die Ergebnisse aus Sicht des Berufsverbands der Frauenärzte ein starkes Argument für eine konsequente Impfaufklärung im Kindes- und Jugendalter. Die deutschen Impfquoten liegen laut dem Verband niedriger als in England. 

Was die Studie nicht beweisen kann

Die Untersuchung basiert auf bevölkerungsweiten Sterbedaten und ist keine randomisierte Studie. Sie zeigt daher einen sehr starken Zusammenhang zwischen dem HPV-Impfprogramm und dem Rückgang der Sterblichkeit, kann jedoch nicht jeden Einfluss anderer Faktoren vollständig ausschließen. Dennoch gilt das Ergebnis als besonders bedeutsam, weil erstmals auf nationaler Ebene ein Zusammenhang zwischen der HPV-Impfung und weniger Todesfällen durch Gebärmutterhalskrebs nachgewiesen wurde.

Quelle: DOI 10.1016/S0140-6736(26)00918-9 

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