HPV-Test mit Menstruationsblut statt Gebärmutterhalskrebs-Screening?

Dr. Karen Zoufal  |  12.02.2026 07:02 Uhr

Kann ein HPV-Test zuhause zukünftig das Gebärmutterhalskrebs-Screening in der Praxis ersetzen? In einer Studie erreicht der Nachweis im Menstruationsblut bereits eine vergleichbare Genauigkeit wie der Abstrich in der Praxis.

Frau nimmt sich eine Binde vom Stapel, eine Hand auf ihrem Unterleib.
Mit sterilen Mini-Pads auf Binden sammelte das Forschungsteam das Menstruationsblut für die Studie.
© Hazal Ak/iStockphoto

Gebärmutterhalskrebs-Screening ohne Praxisbesuch? Eine aktuelle Studie im Fachmagazin BMJ deutet darauf hin, dass sich Humane Papillomviren (HPV), die Krebs auslösen können, im Menstruationsblut zuverlässig nachweisen lassen. Das könnte die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs künftig einfacher und zugänglicher machen. Die Forschenden halten es für möglich, dass solch ein Test das derzeitige Gebärmutterhalskrebs-Screening in gynäkologischen Praxen ersetzen könnte. 

Für die Studie sammelten 3.068 Frauen im Alter von 20 bis 54 Jahren Menstruationsblut mit einem sterilen Minipad, das auf einer normalen Damenbinde befestigt wurde. Außerdem wurden zwei Abstriche vom Gebärmutterhals zum Vergleich entnommen und auf HPV untersucht. 

Genauigkeit wie bei Abstrich-Untersuchungen in der gynäkologischen Praxis

Es zeigte sich, dass die mit Minipads entnommenen Proben HPV mit einer Genauigkeit von 94,7 Prozent anzeigten. Zum Vergleich: Bei Abstrich-Untersuchungen in der gynäkologischen Praxis werden 92,1 Prozent erreicht. Personen ohne Erkrankung wurden zu 89,1 Prozent richtig erkannt (in der Arztpraxis zu 90,0 Prozent). Der Anteil der Überweisungen zur weiteren Diagnostik war mit 10,1 und 9,6 Prozent ebenfalls vergleichbar. 

Kommunikation per App erleichtert Beratung 

Nicht nur die Probenentnahme konnte bequem zu Hause erledigt werden – über eine App konnten die Frauen auf ihre Testergebnisse zugreifen und sich dazu auch von medizinischen  Fachkräften beraten lassen. Das erleichtert ein großflächiges Screening und könnte mehr Frauen dazu bewegen, sich untersuchen zu lassen, schreiben die Forschenden.

Quelle: DOI doi: 10.1136/bmj-2025-084831

 

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