Ein Schlaganfall während der Schwangerschaft oder nach der Geburt ist selten, kann aber lebensbedrohlich sein. Eine neue wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association (AHA) zeigt, wie wichtig frühe Vorsorge, schnelles Erkennen von Warnzeichen und eine konsequente Behandlung sind – zum Schutz von Mutter und Kind.
Was bedeutet ein Schlaganfall in Schwangerschaft und Wochenbett?
Ein Schlaganfall entsteht, wenn das Gehirn plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird – etwa durch ein Blutgerinnsel oder eine Blutung. Während Schwangerschaft und Wochenbett kommt es zu starken körperlichen Veränderungen, die das Risiko beeinflussen können. Besonders die erste Zeit nach der Geburt gilt als kritische Phase.
Diese Risikofaktoren spielen eine Rolle
Laut AHA können verschiedene Faktoren das Schlaganfallrisiko rund um die Schwangerschaft erhöhen, darunter:
- Bluthochdruck vor oder während der Schwangerschaft
- Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck, Präeklampsie oder Eklampsie
- Höheres mütterliches Alter (ab 35 Jahren)
- Diabetes oder Adipositas
- Migräne, insbesondere mit Aura
- Infektionen
- Herz-, Gefäß- oder Gerinnungserkrankungen
Besonders hervorgehoben wird der Blutdruck als zentraler, gut beeinflussbarer Risikofaktor.
So lässt sich einem Schlaganfall vorbeugen
Die Fachgesellschaft betont: Prävention beginnt idealerweise schon vor der Schwangerschaft. Empfohlen werden unter anderem:
- Rauchverzicht
- Ausgewogene Ernährung
- Regelmäßige Bewegung
- Gewichtskontrolle
- Engmaschige Blutdruckkontrollen
Bei erhöhtem Risiko können zusätzlich Medikamente zur Blutdrucksenkung oder Blutverdünnung sinnvoll sein.
Warnzeichen: Wann sofort gehandelt werden sollte
Schwangere oder frisch entbundene Frauen sollten bei folgenden Symptomen umgehend medizinisch abgeklärt werden:
- Plötzliche Lähmungen oder Taubheitsgefühle
- Sprach- oder Sehstörungen
- Starke, ungewohnte Kopfschmerzen
- Neu auftretende neurologische Ausfälle
„Es ist entscheidend, Warnzeichen sofort ernst zu nehmen“, betont Studienleiterin Eliza Miller. Eine Schwangerschaft ist laut AHA kein Grund, notwendige Diagnostik oder Behandlung zu verzögern.
Quelle: DOI 10.1161/STR.0000000000000514