Biologisches Alter senken: Schützt das Gehirn und beugt Schlaganfall vor

Dr. Karen Zoufal  |  18.03.2026 11:04 Uhr

Das Geburtsdatum steht fest – doch wie alt Ihr Körper wirklich ist, lässt sich beeinflussen. Neue Studien zeigen: Wer sein biologisches Alter senkt, kann das Risiko für Schlaganfall deutlich reduzieren und die Hirngesundheit verbessern.

Wandergruppe im Wald
Ein aktiver Lebensstil trägt dazu bei, das biologische Alter zu senken.
© Halfpoint/iStockphoto

Biologisches Alter: Warum es wichtiger ist als die Jahre im Ausweis

Mediziner unterscheiden zwischen zwei Formen des Alterns: dem chronologischen Alter (die Jahre seit der Geburt) und dem biologischen Alter, das den tatsächlichen Zustand des Körpers widerspiegelt.

Aktuelle Forschungsergebnisse, die auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology im April vorgestellt werden, zeigen einen klaren Zusammenhang: Ein jüngeres biologisches Alter geht mit einer besseren Gehirngesundheit und einem geringeren Schlaganfallrisiko einher.

Große Studie: Über 250.000 Menschen untersucht

In einer Langzeitstudie mit mehr als 250.000 Teilnehmern lag das durchschnittliche biologische Alter zu Beginn bei 54 Jahren, während das tatsächliche Alter im Schnitt 56 Jahre betrug. Sechs Jahre später zeigte sich eine Entwicklung:

  • biologisches Alter: durchschnittlich 58 Jahre
  • chronologisches Alter: durchschnittlich 62 Jahre

Das bedeutet: Der Körper altert nicht immer im gleichen Tempo wie die Jahre vergehen.

Höheres biologisches Alter belastet das Gehirn

Die Ergebnisse sind deutlich: Menschen, deren biologisches Alter über ihrem tatsächlichen Alter lag, zeigten

  • mehr Auffälligkeiten in Hirnscans
  • schlechtere Ergebnisse in kognitiven Tests
  • ein um 41 Prozent erhöhtes Schlaganfallrisiko

Das unterstreicht, wie eng körperliche Alterungsprozesse und die Gesundheit des Gehirns zusammenhängen.

Gute Nachricht: Biologisches Alter lässt sich beeinflussen

Besonders spannend ist ein weiterer Befund der Studie: Teilnehmer, die ihr biologisches Alter im Verlauf senken konnten, hatten ein 23 Prozent geringeres Schlaganfallrisiko. Zusätzlich zeigten ihre Gehirnscans weniger Schäden an der weißen Substanz – ein wichtiger Marker für eine gute Hirngesundheit.

 

Quelle: Abstract der Studie

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