Was hilft nach der akuten Versorgung eines Suizidversuchs? Studien zeigen, dass auch mit kurzen Maßnahmen ein geringeres Risiko für weitere Versuche einherging.

Schon ein Gespräch kann helfen: Nach der Akutversorgung eines Suizidversuchs können kurze, strukturierte Maßnahmen, sogenannte Kurzinterventionen, das Risiko für einen erneuten Versuch deutlich verringern. Das ist das zentrale Ergebnis einer Analyse von 36 internationalen Studien mit Daten von etwa 9.500 Erwachsenen, auf die die Universität Zürich hinweist. Jede Studienteilnehmerin, jeder Studienteilnehmer hatte mindestens einen Suizidversuch hinter sich.
Menschen nach einem Suizidversuch haben ein erhöhtes Risiko für weitere Versuche. Dennoch erhalte, so die Universität Zürich, nur etwa ein Drittel eine weiterführende Behandlung. Hier setzen Kurzinterventionen an, etwa in Form von:
Das Forschungsteam fand heraus: Personen mit Kurzintervention hatten eine um 28 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Suizidversuch als Personen mit üblicher Versorgung. Die Nachbeobachtung lag im Schnitt bei etwa zehn Monaten.
Auch Suizidgedanken gingen zurück – vor allem in den ersten Monaten nach der Intervention. Bei selbstverletzendem Verhalten ohne Suizidabsicht und die Anbindung an weitere Behandlungen stellte das Forschungsteam keine Vorteile fest. Allerdings waren weniger Daten im Quellmaterial zu diesen beiden Aspekten vorhanden.
„Bereits eine einzige strukturierte Sitzung kann wirksam sein“, betonte Studienautorin Stephanie Homan, Universität Zürich, in einer Mitteilung zur Studie. Diese Kurzinterventionen seien besonders relevant für Notaufnahmen, auf psychiatrischen Stationen oder in Praxen, „also überall dort, wo personelle und finanzielle Ressourcen begrenzt sind.“ Auch im Anschluss an eine Notfallbehandlung oder nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kämen die Kurzinterventionen infrage.
Allerdings könnten Kurzinterventionen keine Therapie ersetzen, so Homan. Weitere Forschung sei notwendig, um herauszufinden, welche Form von Kurzinterventionen für welche Personengruppen geeignet wären.
Quelle: DOI 10.1016/j.eclinm.2026.103824
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