Suchen Sie in unseren Ratgebern nach Informationen rund um Gesundheit, Medizin und Ernährung
Hier finden Sie Notfallapotheken in Ihrer Nähe
Notdienstsuche
Hier finden Sie Apotheken in Ihrer Nähe
Apothekensuche

aponet.de wurde mit dem Focus Money Award 2025 ausgezeichnet!

Zum Focus Report
Impressum Datenschutz

Psychische Erkrankungen: Mehr Lücken in der Diabetes-Therapie

Elisabeth Kerler  |  21.01.2026 08:07 Uhr

Wer Diabetes hat und psychisch erkrankt ist, erhält seltener eine leitliniengerechte Diabetes-Therapie. Eine Studie zeigt Lücken in der Versorgung auf.

Ein Mann misst seinen Blutzuckerwert.
Blutzuckermessung: Auch der Langzeitzuckerwert wurde bei Menschen mit psychischen Erkrankungen seltener erhoben.
© simpson33/iStockphoto

Menschen, die sowohl Diabetes als auch eine psychische Erkrankung haben, erhalten seltener eine empfohlene Diabetes-Therapie. Darauf weist eine aktuelle Analyse hin, über die die Universität Augsburg berichtet. Das Forschungsteam wertete Daten von mehr als 5,5 Millionen Menschen mit Diabetes aus 49 internationalen Studien aus.

Bei 15,2 Prozent der Betroffenen lag zusätzlich eine psychische Erkrankung vor, darunter Depressionen, bipolare Störungen oder Suchterkrankungen. Für diese Patientengruppe war die Chance auf eine leitliniengerechte Diabetes-Therapie um fast 20 Prozent geringer.

Vorsorgeuntersuchungen fehlen häufiger

Das Forschungsteam stellte Unterschiede bei Maßnahmen zur Vorbeugung typischer Diabetes-Folgeschäden fest. Menschen mit psychischer Erkrankung erhielten diese Untersuchungen seltener:

  • Messung des Langzeitzuckerwerts (HbA1c)
  • Augenuntersuchungen zur Früherkennung von Netzhautschäden
  • Kontrollen von Fettstoffwechsel und Nierenfunktion
  • Fußuntersuchungen zur frühzeitigen Erkennung von Nervenschäden

Häufig Insulin, seltener moderne Diabetesmedikamente

Auffällig war auch die medikamentöse Behandlung: Obwohl Betroffene häufiger Insulin erhielten, verschrieben Ärztinnen und Ärzte laut Studie ihnen seltener moderne GLP-1-Rezeptoragonisten. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählt auch die bekannte „Abnehm-Spritze“.

Diese Medikamente können bei Typ-2-Diabetes den Blutzucker senken und werden auch mit Vorteilen für das Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung gebracht. Gerade das ist relevant, da Menschen mit psychischen Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine verkürzte Lebenserwartung haben, so die Uni Augsburg.

Ungleichheiten in der Versorgung gezielt angehen

„Unsere Ergebnisse zeigen anhaltende Lücken in der Diabetesversorgung von Menschen mit psychischen Störungen auf, die gezielte Maßnahmen zur Beseitigung dieser Ungleichheiten erfordern“, sagt Studienleiter Elias Wagner. Und: Insgesamt waren die Ergebnisse etwas deutlicher bei Männern ausgeprägt als bei Frauen.

Quelle: DOI 10.1016/S2215-0366(25)00332-3 

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Sport & Fitness

Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben