Depression

Psychische Erkrankung mit den Leitsymptomen Niedergeschlagenheit, Antriebs- und Denkhemmung. Die Depression ist eine häufige psychische Erkrankung.

Ungesunde Fette machen nicht nur den Körper, sondern offenbar auch die Psyche krank. Einen besonders schlechten Ruf haben trans-Fettsäuren, die unter anderem bei der Härtung von Ölen in der Lebensmittelindustrie entstehen. Bereits Anfang der 1990er Jahre stellte sich heraus, dass diese Fette Herz-Kreislaufkrankheiten den Weg ebnen. Jetzt zeigt eine aktuelle Studie aus Spanien, dass sie außerdem aufs Gemüt schlagen: Den Ergebnissen zufolge erhöhen bereits geringe Mengen trans-Fettsäuren das Risiko, an Depressionen zu erkranken. Olivenöl hatte den gegenteiligen Effekt.

Was ist das? - Definition
Psychische Erkrankung mit den Leitsymptomen Niedergeschlagenheit, Antriebs- und Denkhemmung. Die Depression ist eine häufige psychische Erkrankung.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

  • depressive Episode

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Meist handelt es sich um eine endogene Depression, deren Ursache nicht genau bekannt ist. Man vermutet eine Störung der Überträgerstoffe im Gehirn.
Manche Medikamente können depressive Verstimmungen auslösen, doch auch bei Organstörungen wie beispielsweise der Schilddrüsenunterfunktion oder im Rahmen einer neurologischen Erkrankung wie der Parkinsonerkrankung oder einer Demenz kann sich im Krankheitsverlauf eine Depression entwickeln.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Eine Depression kann sich ganz verschieden äußern. Als typisch gelten folgende Symptome:

  • die Stimmungslage ist niedergeschlagen und gedrückt, die Betroffenen fühlen sich "leer", können keine positiven Gefühle empfinden oder äußern.
  • Typisch ist eine Antriebshemmung. Depressive sind zu keiner Aktivität zu bewegen. Oft zeigt das Gesicht einen immer gleich bleibend traurigen Ausdruck. Am stärksten ausgeprägt ist diese Antriebshemmung am Morgen, sie bessert sich gegen Abend. Es scheint, als läge der Tag "wie ein großer Berg" vor ihnen.
  • Die Denkhemmung äußert sich durch verlangsamtes Denken ohne Einfälle, man spricht von "Grübelneigung".
  • Die Denkhemmung zeigt sich auch in einer verlangsamten, einfallslosen Sprache und Konzentrationsstörungen. Patienten sind nur wenig mitteilsam und sind zu keinem Gespräch zu motivieren.
  • Es können starke Ängste auftreten. Oft ist kein konkreter Anlass für die Angstgefühle zu finden.

Häufig bestehen neben den psychischen auch körperliche Beschwerden wie beispielsweise Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Appetitlosigkeit, Kloßgefühl im Hals oder sexuelle Lustlosigkeit.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Depressionen zeigen oft einen stark schwankenden Verlauf. Nicht selten jahreszeitlich gebunden kommen Phasen normaler Stimmungslage neben Zeiten starker Depression vor. Tritt die Depression im Rahmen einer manisch-depressiven Erkrankung auf, können auf depressive auch manische Zustände folgen. Bei schweren Depressionen besteht eine erhöhte Selbstmordrate!

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Bei einer ausgeprägten Schilddrüsenunterfunktion können ähnliche Symptome wie bei einer Depression vorherrschen.
Ängste sind bei vielen psychischen Erkrankungen anzutreffen. Bei konkreten, übersteigerten Ängsten spricht man von einer Phobie.

Verhaltenstipps

  • bestehen körperliche Beschwerden, für die keine organische Ursache zu finden ist, sollte man die Idee einer psychischen Erkrankung als Ursache nicht ausschließen.
  • fallen zuvor umgängliche Menschen durch unerklärliche Passivität, Interessenlosigkeit oder stete Traurigkeit auf, können dies Anzeichen einer Depression sein.


Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - W.F. Haupt et al., Neurologie und Psychiatrie für Pflegeberufe, Thieme, (2009), 10. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Industriefette bekommen ihr Fett weg

Für ihre Studie analysierten die Forscher die Ernährungsgewohnheiten von über 12000 gesunden spanischen Universitätsabsolventen. Von Interesse waren vor allem die Nahrungsfette. In den folgenden sechs Jahren erkrankten 657 Teilnehmer erstmals an einer Depression. Welche Fette hatten diese Menschen gegessen, und gab es einen Zusammenhang mit dem Auftreten der Erkrankung? Die Wissenschaftler wurden fündig: Teilnehmer mit dem höchsten Konsum an trans-Fettsäuren hatten ein fast 50 Prozent höheres Depressionsrisiko als Teilnehmer mit dem geringsten Konsum. Je mehr trans-Fettsäuren auf dem Speiseplan standen, desto höher war die Wahrscheinlichkeit depressiv zu werden.

Die Ergebnisse sind auch deshalb bedeutsam, weil die Studienteilnehmer generell sehr wenig trans-Fettsäuren aufnahmen. Dennoch stieg das Depressionsrisiko. Wie mag es in Ländern mit einem höheren Verzehr aussehen? Die Amerikaner essen beispielsweise die sechsfache Menge. In Deutschland liegt die Aufnahme im Rahmen: Sie beträgt in etwa ein Prozent der Gesamtenergie und entspricht damit dem Grenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Trans-Fettsäuren bilden sich, wenn Öle bei der Herstellung von Streich-, Back- und Kochfetten gehärtet werden, zum anderen entstehen sie bei der starken Erhitzung von Fetten. Folglich tauchen sie in daraus hergestellten Lebensmitteln auf, etwa in Backwaren, Tütensuppen, Fertiggerichten, diversen Süßwaren, Snacks und Frittiertem. Die Lebensmittelindustrie hat inzwischen zwar neue Verfahren entwickelt, um die Bildung von trans-Fettsäuren zu reduzieren. In Margarine beispielsweise sind trans-Fettsäuren seither kein Thema mehr. Bei anderen Lebensmitteln kann der Gehalt allerdings immer noch stark schwanken.

Derzeit gibt es keine Kennzeichnungspflicht für trans-Fettsäuren. Verbraucher können also nicht feststellen, wie viele dieser gesundheitsschädlichen Substanzen sie essen. Die Angabe »gehärtete Fette« auf der Zutatenliste lässt deren Anwesenheit zwar vermuten, sagt aber nichts über die enthaltene Menge. Einschränken lässt sich die Zufuhr an trans-Fettsäuren am besten, indem man möglichst viele frische, unverarbeitete Lebensmittel auf den Tisch bringt.

Depression: Behandlung

Zur Behandlung einer Depression haben sich Psychotherapie und Medikamente bewährt. Häufig werden beide Verfahren miteinander kombiniert.

Welche Therapie bei einer Depression am besten geeignet ist, hängt vor allem davon ab,

Olivenöl gegen Depressionen?

Die spanische Studie lieferte noch ein interessantes Ergebnis: Je mehr einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren die Teilnehmer verzehrten, desto geringer war das Risiko für Depressionen. Auch der Verzehr von Olivenöl erwies sich als risikosenkend. Dies passt zu den Ergebnissen einer früheren Untersuchung, die einen günstigen Einfluss der Mittelmeerküche auf das Depressionsrisiko feststellte. Dabei spielt Olivenöl neben Gemüse, Obst, Nüssen, Vollkornprodukten und Fisch eine große Rolle.

Auch wenn der Zusammenhang zwischen der Fettaufnahme und Depressionen noch durch weitere Studien untermauert werden muss, ist bereits klar: Beim Fett kommt es auf die Qualität an. Und wer hochwertige Öle verwendet und minderwertige Industriefette meidet, tut seiner Gesundheit auf jeden Fall etwas Gutes.

  • wie schwer die Symptome sind,
  • wie die Erkrankung bisher verlaufen ist und
  • welche Behandlung der Patient bevorzugt.

Ziel der Behandlung ist, dass die Depression abklingt und der Betroffene wieder voll am Leben teilnehmen kann. Auch soll die Behandlung das Risiko für einen Rückfall senken.

Psychotherapie

Die Psychotherapie ist vor allem zur Behandlung einer leichten bis mittelschweren Depression geeignet. Drei Verfahren werden von den gesetzlichen Kassen übernommen:

  • die Verhaltenstherapie,
  • die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und
  • die analytische Psychotherapie („Psychoanalyse“).

Verhaltenstherapie

Insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie hat sich bei der Behandlung einer Depression als wirksam erwiesen. Der Patient lernt, welche Denk- und Verhaltensmuster die Depression verstärken und aufrechterhalten. So kann zum Beispiel eine depressive Stimmung bewirken, dass man sich wertlos und minderwertig fühlt. Möglicherweise wird man sich von Freunden und Bekannten zurückziehen – was dazu führt, dass man sich noch unzulänglicher fühlt. Ein Aspekt der Behandlung könnte etwa sein, diese negativen Strukturen zu erkennen und zu verändern.

Tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte und die analytische Psychotherapie zählen zu den psychoanalytisch begründeten Therapieverfahren. Beide gehen auf die Psychoanalyse zurück. Grundlage der psychoanalytischen Verfahren ist die Annahme, dass einer Depression unbewusste Konflikte zugrunde liegen. Ziel ist es, diese Konflikte aufzudecken, zu verstehen und gemeinsam zu lösen. Die analytische Psychotherapie ist in der Regel eine Langzeittherapie, die sich über mehrere Jahre erstrecken kann. Die einzelnen Sitzungen verlaufen sehr offen. Der Therapeut versucht, die unbewussten Konflikte bewusst zu machen. Dabei lässt er den Betroffenen erzählen, wie er sich gerade fühlt und was ihm gerade durch den Kopf geht, ohne besonders in den Prozess einzugreifen. Die tiefenpsychologisch fundierte Therapie kann einige Monate bis zu zwei Jahre dauern. Anders als bei der analytischen Psychotherapie lenkt der Therapeut hier aktiv und gezielt das Gespräch auf bestimmte Problembereiche.

Antidepressiva & Co.: Behandlung mit Medikamenten

Antidepressiva werden bei mittelschweren bis schweren Depressionen empfohlen.

Antidepressiva greifen auf unterschiedliche Weise in den Hirnstoffwechsel ein. Manche Personen vertragen einen bestimmten Wirkstoff gut und fühlen sich schon bald deutlich besser. Andere spüren beim selben Wirkstoff starke Nebenwirkungen – oder sie vertragen ein Medikament zwar gut, benötigen aber eine höhere Dosis. So kann es nötig sein, verschiedene Wirkstoffe oder Dosierungen auszuprobieren. Antidepressiva wirken nicht sofort. Es kann einige Wochen dauern, bis die volle Wirkung einsetzt.

So wirken Antidepressiva

Wenn wir denken, fühlen oder etwas wahrnehmen, senden die Nervenzellen im Hirn elektrische Impulse aus – und geben so Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle weiter. Zwischen den Enden zweier Nervenzellen befindet sich ein winziger Spalt, den die Impulse nur mithilfe von Botenstoffen überwinden können. Die Botenstoffe werden von der Nervenfaser, von der der Reiz ausgeht, abgegeben. Sie docken an der Nachbarzelle an und leiten die Information zur nächsten Nervenzelle weiter.

Bei einer Depression sind bestimmte Botenstoffe nicht ausreichend aktiv, so etwa Serotonin und Noradrenalin. Antidepressiva sollen die Aktivität wiederherstellen.

Wie jedes Medikament können auch Antidepressiva zu Nebenwirkungen führen. Welche Nebenwirkungen das sind, kann von Wirkstoff zu Wirkstoff unterschiedlich sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen an sich beobachten!

Antidepressiva: Übersicht (Beispiele)

Lithiumsalze können die Stimmung zusätzlich stabilisieren, wenn Antidepressiva nicht ausreichend wirken. Lithium sollte nur von erfahrenen Fachärzten verschrieben werden.

Pflanzenkraft statt Antidepressiva?

Studien weisen darauf hin, dass Johanniskraut bei leichten bis mittelschweren depressiven Episoden wirksam ist. Beachten Sie, dass Johanniskraut die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen kann. Dies gilt zum Beispiel für die Pille oder für Medikamente zur Blutverdünnung. Bevor Sie Johanniskraut einnehmen: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten!

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Neben Psychotherapie und Medikamenten gibt es eine Reihe weiterer Verfahren und Maßnahmen, um eine Depression zu bewältigen. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Wachtherapie: Mithilfe von Schlafentzug kann sich die Stimmung vorübergehend aufhellen.
  • Lichttherapie: Spezielles, künstliches Licht kann bei leichten oder mittleren Depressionen helfen, die vorwiegend im Herbst und Winter auftreten.
  • Elektrokrampftherapie (EKT): Sie kann bei schweren Depressionen eingesetzt werden, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten keinen Erfolg gebracht haben. Mit Stromstößen wird in Narkose ein Krampfanfall ausgelöst. Die EKT verursacht keine bleibenden Schäden am Gehirn.

Übrigens: Auch körperliche Bewegung kann das Befinden bessern und ein erster Schritt aus der Depression sein!

Quellen

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: August 2016

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