Gesundheit

Stammzell-Behandlung verbessert Blutzucker bei Typ-1-Diabetes

ZOU  |  30.11.2023

Eine innovative Stammzell-Behandlung verbesserte die Blutzuckerkontrolle bei Menschen mit Typ-1-Diabetes: Sie reduzierte den Bedarf an Insulin deutlich, berichtet ein Forschungsteam in der Fachzeitschrift „Nature Biotechnology“.

Frau, spritzt sich Insulin.
Mediziner hoffen, dass Insulin-Spritzen in Zukunft nicht mehr nötig sein werden, um Typ-1-Diabetes zu behandeln.
© Siarhei Khaletski/iStockphoto

In der Studie erhielten zehn Personen mit Typ-1-Diabetes kleine Implantate, die im Labor gezüchtete Insulin-produzierende Betazellen enthielten, die aus Stammzellen hergestellt worden waren. Bis zu zehn Implantate – jeweils etwa so groß wie ein Pflaster und nicht dicker als eine Kreditkarte – wurden unter der Haut eingesetzt. Sie produzierten nach sechs Monaten bei drei Teilnehmenden stabil bis zum Studienende nach einem Jahr Insulin.

Dadurch verbesserte sich ihre Blutzuckerkontrolle: Der Wert befand sich häufiger und für längere Zeit im optimalen Bereich, so dass sie weniger Insulin spritzen mussten. Insbesondere bei einer Person gab es eine bemerkenswerte Verbesserung: Sie befand sich zu 85 Prozent im optimalen Blutzuckerbereich und konnte das zugeführte Insulin um 44 Prozent reduzieren.

Insulinspritzen in Zukunft überflüssig?

„Dies ist ein bedeutender Schritt hin zu einer funktionellen Heilung von Typ-1-Diabetes“, sagte Prof. Dr. David Thompson vom Vancouver General Hospital Diabetes Centre. Er ist zuversichtlich: „Zum ersten Mal konnte eine stammzellbasierte Behandlung die benötigte Insulinmenge bei einigen Teilnehmenden mit Typ-1-Diabetes reduzieren. Mit der weiteren Verfeinerung dieses Ansatzes ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir eine Therapie haben, die tägliche Insulinspritzen gänzlich überflüssig macht.“

Zuvor hatte das Team erstmals prinzipiell gezeigt, dass mit diesem Ansatz Insulin im menschlichen Körper produziert werden kann. Ziel dieser Studie war, die produzierte Insulinmenge deutlich zu steigern, indem die Teilnehmenden mehr Implantate erhielten und diese besser mit Blut versorgt wurden, um die enthaltenen Zellen zu ernähren. Jetzt plant das Team, die Methode so zu verändern, dass keine Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems mehr notwendig sind, um Abstoßungsreaktionen vorzubeugen. „Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der Menschen mit Typ-1-Diabetes ihr Leben ohne tägliche Insulininjektionen und ohne immunsupprimierende Medikamente leben können“, sagte Thompson.

Quelle: DOI 10.1038/s41587-023-02055-5

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