Mehr Vollkorn, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse, deutlich weniger Fleisch: Die EAT–Lancet- Diät gilt als Leitlinie für eine gesunde und nachhaltige Ernährung. Eine Studie der Universität Lund zeigt nun, dass eine klimafreundliche Ernährung die Nährstoffversorgung nicht verschlechtert.
„Es gab Bedenken, dass eine Ernährung mit weniger Fleisch und anderen tierischen Produkten das Risiko für Nährstoffmängel erhöhen könnte. Aber das haben wir nicht gesehen. Im Gegenteil: Die meisten, die sich an die planetaren Ernährungsempfehlungen hielten, hatten einen guten Nährstoffstatus“, erklärt Studienautorin Anna Stubbendorff in einer Mitteilung zur Veröffentlichung.
Blutwerte bei umweltfreundlicher Ernährung vergleichbar zu Ernährung mit mehr Fleisch
Sie hat Daten von mehr als 26.000 Menschen aus 30 Jahren ausgewertet, die sowohl ein Ernährungstagebuch führten, Umfragen sowie individuelle Nachfragen beantworteten. Dabei war die errechnete Nährstoffaufnahme vergleichbar mit einer fleischreicheren Ernährung: Wer sich enger an die Leitlinien der umweltfreundlichen Ernährung hielt, hatte dabei eine größere Wahrscheinlichkeit, genug Vitamin A, C, E, B6, Thiamin, Folat, Calcium, Magnesium, Kalium, Eisen und Zink aufzunehmen.
Anhand der Blutwerte stellte das Forschungsteam fest: Wer hier mehr nach EAT-Lancet-Diät aß, hatte ein geringeres Risiko für Folat-Mangel. Bei Frauen zeigte sich ein leicht erhöhtes Risiko für Blutarmut.
Weniger Fleisch, mehr Vollkorn
In Schweden liegt der Fleischkonsum derzeit bei rund 680 Gramm pro Woche: Damit ist er deutlich höher als die Nordic Nutrition Empfehlungen akzeptieren mit 350–400 Gramm rotes Fleisch pro Woche. Selbst das ist noch etwa viermal so hoch wie die Maximalmenge laut EAT-Lancet-Ernährung mit maximal 90 Gramm. Diese sehen einen höheren Anteil an Vollkorn und Hülsenfrüchten vor.
Beobachtung: EAT-Lancet-Diät und Sterbe-Risiko
Neben der Nährstoffversorgung sah das Forschungsteam weitere Zusammenhänge: Personen, die sich besonders eng an die EAT–Lancet-Empfehlungen hielten, hatten ein etwa 33 Prozent niedrigeres relatives Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Auch das Risiko für einen vorzeitigen Tod war um etwa 25 Prozent geringer. Die Ergebnisse beruhen auf Beobachtungsdaten und zeigen Zusammenhänge, keine direkten Ursachen.
Synergien zwischen Gesundheit und Nachhaltigkeit
„Es ist möglich, eine umweltverträgliche Ernährung mit guter Gesundheit zu verbinden. Die Studien zeigen, dass solche Ernährungsmuster das Risiko für Krankheiten und vorzeitigen Tod senken können, ohne die Nährstoffzufuhr für die Mehrheit der Bevölkerung zu beeinträchtigen. Es gibt positive Synergien zwischen Gesundheit und Nachhaltigkeit“, betont Stubbendorff. Bei der Ernährungsform, die den höchsten Kohlendioxidausstoß verursache, sei das Diabetes-Risiko um 38 Prozent höher als bei Menschen mit der klimafreundlichsten Ernährung.
Quelle: DOI 10.1016/j.lanplh.2025.101416