Pflanzendrinks liegen im Trend. Doch eignen sie sich als Ersatz für Kuhmilch bei Kleinkindern? Empfehlungen zur Nährstoffversorgung im Überblick.

Gründe, um Kuhmilch durch Pflanzendrinks zu ersetzen, gibt es viele: Tier-, Umwelt- und Klimaschutz, auch Allergien können dafürsprechen. Was das für die Nährstoffversorgung von Kleinkindern bedeutet, ordnet das Netzwerk „Gesund ins Leben“ ein. Es gehört zur Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
Was sollten Kleinkinder im Alter von 1 bis 3 Jahre essen, damit sie genug Nährstoffe zum Wachsen haben? Auf wissenschaftlicher Basis bietet das Konzept „Optimierte Mischkost“ Orientierung. Es sieht vorwiegend pflanzliche und in Maßen tierische Lebensmittel vor. Demnach sollten Kleinkinder pro Tag insgesamt 300 Milliliter Milch zu sich nehmen. Diese Menge kann auch in Form von Milchprodukten abgedeckt werden: 15 Gramm Schnittkäse oder 30 Gramm Weichkäse entsprechen 100 Millilitern Milch.
Kuhmilch ist eine Quelle für Calcium, Jod, Vitamin B2 und Vitamin B12. Sie spielen eine zentrale Rolle für Knochen, Zähne, Stoffwechsel und die Entwicklung des Nervensystems. Nehmen Kleinkinder nur die Hälfte, also 150 Milliliter Milch am Tag, zu sich, sinke ihre Nährstoffzufuhr für Calcium, Vitamin B2 und Vitamin B13 unter die empfohlenen Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die Jodversorgung gelte selbst mit Kuhmilch bereits als kritisch.
Pflanzendrinks sind nicht gleich Pflanzendrinks: Ihr Nährstoffgehalt unterscheidet sich je nach Rohstoff und Zusammensetzung deutlich. Ohne Anreicherung enthalten die meisten Produkte höchstens geringe Mengen der milchtypischen Nährstoffe. Manche Produkte enthalten entsprechende Zusätze, die auf der Packung angegeben sind. Das Netzwerk empfiehlt, tendenziell zu Produkten zu greifen, die Kuhmilch in der Nährstoffzusammensetzung möglichst ähneln.
Diese Nährstoffe können aber auch über andere Lebensmittel in die Ernährung integriert werden:
Auch eine Nahrungsergänzung kann bei einem Nährstoffmangel, wie von Vitamin B12 bei einer veganen Ernährung, eine Überlegung wert sein. Allerdings sollte sie immer mit der Kinderarztpraxis abgesprochen sein. Insgesamt empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben eine qualifizierte Ernährungsberatung, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Quelle: Netzwerk Gesund ins Leben
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern