Pflanzendrinks statt Kuhmilch: Was bedeutet das für Kleinkinder?

Elisabeth Kerler  |  20.01.2026 12:21 Uhr

Pflanzendrinks liegen im Trend. Doch eignen sie sich als Ersatz für Kuhmilch bei Kleinkindern? Empfehlungen zur Nährstoffversorgung im Überblick.

Kleinkind, etwa 2 Jahre alt, hält ein großes Glas Milch in den Händen. Es blickt fragend.
Kuhmilch oder Pflanzendrink für das Kleinkind? Bei der Entscheidung spielt die Nährstoffversorgung eine große ROlle.
© ilona titova/iStockphoto

Gründe, um Kuhmilch durch Pflanzendrinks zu ersetzen, gibt es viele: Tier-, Umwelt- und Klimaschutz, auch Allergien können dafürsprechen. Was das für die Nährstoffversorgung von Kleinkindern bedeutet, ordnet das Netzwerk „Gesund ins Leben“ ein. Es gehört zur Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

300 Milliliter Milch pro Tag für Kleinkinder

Was sollten Kleinkinder im Alter von 1 bis 3 Jahre essen, damit sie genug Nährstoffe zum Wachsen haben? Auf wissenschaftlicher Basis bietet das Konzept „Optimierte Mischkost“ Orientierung. Es sieht vorwiegend pflanzliche und in Maßen tierische Lebensmittel vor. Demnach sollten Kleinkinder pro Tag insgesamt 300 Milliliter Milch zu sich nehmen. Diese Menge kann auch in Form von Milchprodukten abgedeckt werden: 15 Gramm Schnittkäse oder 30 Gramm Weichkäse entsprechen 100 Millilitern Milch.

Warum Milch für die Nährstoffversorgung wichtig ist

Kuhmilch ist eine Quelle für Calcium, Jod, Vitamin B2 und Vitamin B12. Sie spielen eine zentrale Rolle für Knochen, Zähne, Stoffwechsel und die Entwicklung des Nervensystems. Nehmen Kleinkinder nur die Hälfte, also 150 Milliliter Milch am Tag, zu sich, sinke ihre Nährstoffzufuhr für Calcium, Vitamin B2 und Vitamin B13 unter die empfohlenen Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die Jodversorgung gelte selbst mit Kuhmilch bereits als kritisch. 

Eignen sich Pflanzendrinks als Ersatz für Kuhmilch?

Pflanzendrinks sind nicht gleich Pflanzendrinks: Ihr Nährstoffgehalt unterscheidet sich je nach Rohstoff und Zusammensetzung deutlich. Ohne Anreicherung enthalten die meisten Produkte höchstens geringe Mengen der milchtypischen Nährstoffe. Manche Produkte enthalten entsprechende Zusätze, die auf der Packung angegeben sind. Das Netzwerk empfiehlt, tendenziell zu Produkten zu greifen, die Kuhmilch in der Nährstoffzusammensetzung möglichst ähneln.

Fehlende Nährstoffe gezielt ausgleichen

Diese Nährstoffe können aber auch über andere Lebensmittel in die Ernährung integriert werden: 

  • Calcium: Brokkoli und Grünkohl sind Beispiele für pflanzliche Calciumquellen. Eine Alternative ist auch calciumreiches Mineralwasser, bei einem Gehalt von mindestens 150 mg pro Liter.
  • Jod: Milch enthält durch die Fütterung der Tiere Jod. Dieser Mineralstoff steckt auch in Meeresfisch oder in verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot und Wurst, wenn diese jodiertes Speisesalz enthalten. Beim (sparsamen) Salzen im Haushalt sollte immer Jodsalz verwendet werden.
  • Vitamin B2: Fisch und Getreideprodukte, insbesondere Vollkorn können dazu beitragen.
  • Vitamin B12 kommt in nennenswerten Mengen in tierischen Lebensmitteln vor, etwa in Eiern, Fleisch- und Wurstwaren. 

Auch eine Nahrungsergänzung kann bei einem Nährstoffmangel, wie von Vitamin B12 bei einer veganen Ernährung, eine Überlegung wert sein. Allerdings sollte sie immer mit der Kinderarztpraxis abgesprochen sein. Insgesamt empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben eine qualifizierte Ernährungsberatung, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen. 

Quelle: Netzwerk Gesund ins Leben

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