Die Planetary Health Diet: Pflanzlich essen für Nieren und Umwelt

Elisabeth Kerler  |  27.01.2026 07:15 Uhr

Pflanzliche Kost steht im Fokus der Planetary Health Diet. In einer Langzeitstudie war sie auch mit einem geringeren Risiko für die chronische Nierenerkrankung verbunden.

Ein Mann häuft einer Frau Salat auf den Teller, beide wirken glücklich. Auf dem Tisch steht pflanzenbetontes Essen: Salat, Trauben und ein Auflauf.
So kann ein Mittagessen nach EAT-Lancet Planetary Health Diet aussehen: Viel pflanzliche Kost.
© AnnaStills/iStockphoto

Eine überwiegend pflanzliche Ernährung kann offenbar auch die Nieren entlasten. Darauf deutet eine Langzeitstudie hin, die im Canadian Medical Association Journal veröffentlicht wurde. Besonders Menschen, die sich an der EAT-Lancet Planetary Health Diet (kurz: Planetary Health Diet, PHD) orientierten, hatten ein geringeres Risiko für eine chronische Nierenerkrankung.

Chronische Nierenerkrankung: weit verbreitet, oft unbemerkt

Die chronische Nierenerkrankung (CKD) entwickelt sich meist langsam und bleiben lange symptomarm. Umso wichtiger ist es, bekannte Risikofaktoren – darunter auch die Ernährung – frühzeitig zu berücksichtigen.

Große Studie über zwölf Jahre

Die Studie wertete Daten von 179.508 Erwachsenen im Alter von 40 bis 69 Jahren aus der britischen UK Biobank aus. Die Teilnehmenden machten Angaben zu ihren Ernährungsgewohnheiten. Über einen Zeitraum von im Mittel zwölf Jahren entwickelten 4.819 Personen (2,7 Prozent) eine chronische Nierenerkrankung.

Das Ergebnis: Eine stärkere Orientierung an der EAT-Lancet-Ernährung ging mit einem geringeren CKD-Risiko einher. Studienautor Dr. Xianhui Qin schreibt dazu in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: „Eine stärkere Einhaltung der EAT-Lancet-Planetary-Health-Ernährung war signifikant mit einem geringeren Risiko für das erstmalige Auftreten einer chronischen Nierenerkrankung verbunden.“ 

Was ist die EAT-Lancet Planetary Health Diet?

Die PHD ist eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährungsweise, die sowohl der Gesundheit als auch der Umwelt Rechnung tragen soll. Grundlage ist ein täglicher Energiebedarf von etwa 2.400 Kilokalorien.

Im Mittelpunkt stehen:

  • Vollkornprodukte (größter Anteil der täglichen Energie)
  • Gemüse und Obst
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Samen
  • pflanzliche Öle in moderaten Mengen

Tierische Lebensmittel sind nicht ausgeschlossen, aber klar begrenzt:

  • kleine Mengen Milch oder Milchprodukte
  • wenig Fisch, Geflügel und Eier
  • rotes Fleisch nur sehr sparsam

Zusätzlich empfiehlt die PHD, zugesetzten Zucker und Fette deutlich zu begrenzen und überwiegend unverarbeitete oder nur minimal verarbeitete Lebensmittel zu wählen.

Warum diese Ernährung den Nieren helfen könnte

Das Autorenteam betont, dass viele Ernährungsformen gemeinsame Merkmale haben: viel Gemüse, Obst und Nüsse sowie wenig rotes Fleisch. Diese Bestandteile wurden bereits früher mit einem geringeren Risiko für Nierenerkrankungen in Verbindung gebracht. Ein besonderes Merkmal der PHD ist jedoch die gezielte Begrenzung von Zucker und Fett. Diese könne – so die Autorengruppe – Entzündungen und oxidativen Stress beeinflussen, Prozesse also, die auch die Nieren belasten können.

Ernährung als Chance für die Prävention

Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial einer pflanzenbetonten, ausgewogenen Ernährung als Ansatz zur Vorbeugung der chronischen Nierenerkrankung. Die EAT-Lancet-Ernährung bietet dafür einen klaren, alltagstauglichen Orientierungsrahmen.

Quelle: DOI 10.1503/cmaj.250457, EAT-Lancet Planetary Health Diet: DOI 10.1016/S0140-6736(25)01201-2 

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast

Im Fokus diesmal: Warum ein kurzfristiger Einsatz von Abnehmspritzen Geldverschwendung ist,…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben