Herzkrankheiten: Schwangerschaft könnte frühe Warnzeichen liefern

Dr. Karen Zoufal  |  09.03.2026 13:54 Uhr

Ein Blutwert aus der Schwangerschaft könnte das spätere Herz-Kreislauf-Risiko anzeigen. Was das Forschungsteam dazu analysiert hat.

Ein Arzt nimmt einer schwangeren Frau Blut ab.
Blutprobe: Im Blut von Schwangeren ermittelte ein Forschungsteam einen Marker, der mit einem später erhöhten Herzrisiko einherging.
© AndreyPopov/iStockphoto

Ein Marker im Blut von Schwangeren eignet sich zur Früherkennung für spätere Herzerkrankungen: Das ist das Ergebnis eines Forschungsteams. Es weist darauf hin: Eine Schwangerschaft ist ein Härtetest für das Herz, denn es muss deutlich mehr Blut befördern als sonst.

Für die Studie hat das Team bei 2.056 Schwangeren den Blutwert sFlt-1 ermittelt sowie Krankheitsdaten zu den nächsten 12 Jahren analysiert. So stellte die Gruppe fest: 28 Frauen hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Schlaganfall oder Herzschwäche – schon im Alter von etwa 40 Jahren. Es zeigte sich, dass bei diesen Frauen der sFlt-1-Wert in der Schwangerschaft häufiger erhöht gewesen war.

Bessere Risikoeinschätzung als mit klassischen Risikofaktoren 

Erhöhte sFlt-1-Werte im letzten Drittel der Schwangerschaft und Schwangerschafts-Bluthochdruck waren mit einem deutlich höheren späteren Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Krankheiten verbunden. Die Kombination aus Alter und sFlt-1 lieferte sogar eine genauere Einschätzung als klassische Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Cholesterinwerte.

Forschende richten spezielle Sprechstunde ein

„Eine Schwangerschaft wirkt wie ein natürlicher Stresstest für das Herz. Mit unseren Erkenntnissen können wir die Gesundheit von Frauen langfristig verbessern. Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die Todesursache Nummer eins bei Frauen“, erklärte Prof. Dr. Dirk Westermann vom Universitätsklinikum Freiburg in einer Mitteilung zur Veröffentlichung. Am Universitätsklinikum Freiburg wurde bereits eine spezielle Sprechstunde geschaffen, um Frauen mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft auch hinterher noch zu begleiten und Folgeerkrankungen möglichst zu vermeiden.

Quelle: DOI 10.1001/jamacardio.2025.5595

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