Ein Herzinfarkt kündigt sich bei Frauen oft weniger dramatisch an als bei Männern. Gerade deshalb bleiben die Warnzeichen häufig unerkannt. Wer die typischen Herzinfarkt-Symptome bei Frauen kennt, kann im Ernstfall schneller reagieren – und damit Leben retten.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache – bei Männern ebenso wie bei Frauen. Jedes Jahr sterben hierzulande rund 20.000 Frauen an einem Herzinfarkt.
Ein Problem: Der Herzinfarkt bei Frauen wird oft zu spät erkannt. Viele Menschen kennen vor allem die klassischen Symptome, die bei Männern typisch sind – etwa starke Schmerzen in der Brust. Doch bei Frauen zeigt sich ein Herzinfarkt häufig anders und weniger eindeutig.
Während Männer häufig starke, stechende Schmerzen in der Brust verspüren, berichten Frauen oft von anderen Beschwerden. Das klassische Brustschmerz-Symptom kann schwächer sein, eher als Druck oder Engegefühl auftreten oder sogar ganz fehlen. Stattdessen zeigen sich bei Frauen häufig unspezifische Anzeichen, die zunächst harmlos wirken können.
Zu den häufigsten Warnzeichen gehören:
Viele dieser Beschwerden erinnern eher an Rückenprobleme, eine Magenverstimmung oder Stress. Genau deshalb werden sie oft nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht.
Ein weiteres Problem: Frauen suchen bei Beschwerden im Durchschnitt später medizinische Hilfe als Männer. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung zeigt, dass Frauen über 65 Jahre im Schnitt erst viereinhalb Stunden nach dem Auftreten der ersten Herzinfarkt-Symptome in die Notaufnahme kommen. Bei Männern derselben Altersgruppe sind es durchschnittlich dreieinhalb Stunden.
Doch gerade beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Je schneller ein Gefäß wieder geöffnet wird, desto größer sind die Chancen, dass das Herz keinen dauerhaften Schaden nimmt.
Deshalb gilt eine klare Regel: Treten plötzlich Beschwerden auf, die so noch nie erlebt wurden, sollte sofort medizinische Hilfe gerufen werden. Auch scheinbar unspezifische Symptome können auf einen Herzinfarkt hinweisen. Besonders wenn mehrere Beschwerden gleichzeitig auftreten – etwa Atemnot, Übelkeit und starke Erschöpfung – ist Vorsicht geboten.
Im Zweifel ist es immer besser, einmal zu viel den Notruf zu wählen als einmal zu wenig.
Statistisch gesehen erleiden Frauen ihren ersten Herzinfarkt meist später als Männer – häufig etwa zehn Jahre nach der Menopause. Der Grund liegt im Hormonhaushalt. Vor den Wechseljahren schützt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen das Herz-Kreislauf-System. Es beeinflusst unter anderem den Stoffwechsel, Entzündungsprozesse und die Blutgefäße positiv.
Nach der Menopause sinkt der Östrogenspiegel deutlich. Damit nimmt auch dieser natürliche Schutz ab. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkte steigt dann spürbar an.
Neben dem Alter spielen auch Lebensstil und Vorerkrankungen eine wichtige Rolle. Besonders gefährdet sind Frauen mit mehreren Risikofaktoren.
Dazu zählen unter anderem:
Und genauso wichtig: Die eigenen Warnsignale ernst nehmen. Denn je früher ein Herzinfarkt erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine gute Genesung.
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