Ein Mini-Schlaganfall, auch transitorische ischämische Attacke (TIA) genannt, galt lange als harmloser Vorbote eines echten Schlaganfalls. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass er langfristige Folgen haben kann, insbesondere für das Gedächtnis und die geistige Leistungsfähigkeit.

Eine TIA verursacht vorübergehende Symptome, die meist nach wenigen Minuten bis Stunden von selbst verschwinden. Dennoch sollten Betroffene umgehend ärztlichen Rat einholen, denn eine TIA kann ein Warnsignal für einen schwereren Schlaganfall sein. Folgende Symptome sind möglich:
Eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde, beobachtete über 14 Jahre hinweg die geistige Entwicklung von rund 16.000 Menschen. Darunter waren sowohl gesunde Personen als auch Betroffene von Schlaganfällen und TIA.
Das Ergebnis: Während Menschen mit einem Schlaganfall sofort eine spürbare Verschlechterung ihrer kognitiven Fähigkeiten erlebten, war dies bei TIA-Patienten zunächst nicht der Fall. Doch im Laufe der Jahre zeigte sich, dass ihr geistiger Abbau fast genauso schnell voranschritt wie bei Schlaganfallpatienten. Das bedeutet: Auch wenn eine TIA keine unmittelbaren Schäden hinterlässt, kann sie langfristig das Risiko für Demenz erhöhen.
Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht. Fachleute vermuten jedoch, dass selbst kurzfristige Durchblutungsstörungen im Gehirn Prozesse auslösen, die langfristig die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Eine große Übersichtsarbeit zu diesem Thema zeigte, dass TIA-Patienten ein um bis zu 68 Prozent höheres Risiko für leichte kognitive Einschränkungen und ein um bis zu 22 Prozent erhöhtes Demenzrisiko haben.
Professor Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), betont: „Noch immer gehen zu viele Menschen nicht zum Arzt, wenn die neurologischen Beschwerden von selbst wieder nach ein paar Minuten verschwinden. Damit nehmen sie sich die Möglichkeit einer medikamentösen Schlaganfallprophylaxe.“ Eine frühe Diagnose und Behandlung können helfen, das Risiko eines schweren Schlaganfalls und langfristiger kognitiver Beeinträchtigungen zu reduzieren.
Experten raten dazu, Risikofaktoren frühzeitig zu reduzieren. Dazu gehören:
Quelle: DOI: 10.1001/jamaneurol.2024.5082
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