Ein Mini-Schlaganfall – auch transitorisch-ischämische Attacke (TIA) – genannt, wird häufig nicht bemerkt, weil die Symptome meist schnell von allein verschwinden. Die Folgen könnten jedoch länger anhalten als bisher angenommen: Besonders anhaltende Müdigkeit scheint viele Betroffene noch Monate oder sogar ein Jahr nach dem Vorfall zu belasten.

Eine TIA entsteht durch eine kurzfristige Durchblutungsstörung im Gehirn. Sie kann Symptome wie hängende Gesichtspartien, Taubheitsgefühle, starke Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder Muskelschwäche hervorrufen – ähnlich wie bei einem „echten“ Schlaganfall. Im Unterschied dazu verschwinden diese Beschwerden jedoch meist innerhalb von 24 Stunden vollständig. Häufig wird ein Mini-Schlaganfall daher nicht bemerkt. Doch auch wenn die körperlichen Symptome abklingen, kann sich der Körper auf andere Weise melden.
Eine dänische Studie mit 354 Teilnehmenden im Durchschnittsalter von 70 Jahren hat untersucht, wie es Betroffenen nach einer TIA ergeht. Dabei füllten die Teilnehmer innerhalb von zwei Wochen nach dem Vorfall sowie nach drei, sechs und zwölf Monaten Fragebögen zu ihrem Erschöpfungsempfinden aus. Ergebnis: Bereits zwei Wochen nach dem Ereignis fühlten sich 61 Prozent der Befragten anhaltend müde. Auch ein Jahr später berichteten noch 54 Prozentüber anhaltende Müdigkeit.
Erfragt wurden verschiedene Arten der Erschöpfung – darunter körperliche Müdigkeit, verringerte Aktivität, Motivationsmangel sowie mentale Erschöpfung. Besonders auffällig: Wer innerhalb der ersten zwei Wochen nach Entlassung aus dem Krankenhaus über Müdigkeit klagte, hatte ein deutlich erhöhtes Risiko, auch langfristig davon betroffen zu sein.
Die Ursache für die Erschöpfung ließ sich nicht durch bildgebende Verfahren wie Gehirnscans erklären. Interessant ist jedoch: Teilnehmer mit anhaltender Müdigkeit litten doppelt so häufig bereits vor dem Mini-Schlaganfall an Angststörungen oder Depressionen. Hier könnten wichtige Hinweise für zukünftige Behandlungen liegen.
„Langfristige Müdigkeit war in unserer Studiengruppe häufig“, erklärt Studienautor Dr. Boris Modrau vom Universitätskrankenhaus Aalborg. „Wenn Menschen innerhalb von zwei Wochen nach der TIA unter Erschöpfung leiden, ist es wahrscheinlich, dass sie diese Müdigkeit bis zu einem Jahr behalten.“ Für zukünftige Forschung sei es deshalb wichtig, Betroffene längerfristig zu beobachten und gezielt zu unterstützen.
Neurologische Beschwerden sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Denn auch, wenn die Symptome bei einem Mini-Schlaganfall von allein wieder verschwinden, kann das Risiko für einen schweren Schlaganfall erhöht sein. Bei folgenden Symptomen sollte daher immer ein Arzt aufgesucht werden oder der Notruf gewählt werden:
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern