Eine Auswertung von 31 Studien zeigt, welche Wetterfaktoren Migräneattacken tatsächlich begünstigen. Temperatur und Luftdruck spielen eine wichtige Rolle, für die Luftfeuchtigkeit fanden die Forscher dagegen keinen eindeutigen Zusammenhang.

Dass Wetter und Migräne zusammenhängen, berichten Betroffene seit jeher. Besonders Wetterwechsel gelten für viele Menschen mit Migräne als Auslöser. Eine Auswertung von 31 Studien durch ein Forschungsteam der Universität Sichuan in China zeigt nun, welche Wetterfaktoren tatsächlich mit Attacken zusammenhängen.
Die Auswertung bestätigt, dass Wetteränderungen zu den wichtigen Auslösern von Migräneattacken gehören. Damit zählt das Wetter zu den relevanten Triggern, neben bekannten Faktoren wie Stress, Schlafmangel oder ausgelassenen Mahlzeiten.
Spannender wird es bei den einzelnen Wetterfaktoren, denn hier widerlegt die Auswertung eine naheliegende Annahme. Verantwortlich sind vor allem Temperatur und Luftdruck, die beide signifikant mit Migräneattacken zusammenhängen. Die weit verbreitete Annahme, vor allem schwüle Luft begünstige Migräneattacken, ließ sich dagegen nicht bestätigen, für die Luftfeuchtigkeit zeigte sich kein eindeutiger Zusammenhang.
Ein zweiter Befund überrascht: Nicht nur das Wetter, auch die Luftverschmutzung hängt mit Migräne zusammen. Höhere Werte an Feinstaub, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Ozon gingen mit einem erhöhten Risiko für Migräne einher. Den stärksten Zusammenhang zeigte dabei das Ozon, das sich besonders an heißen, sonnigen Tagen bildet und bei sommerlichen Hochdrucklagen hohe Konzentrationen erreichen kann.
Die Auswertung zeigt Zusammenhänge, keine einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen, und wie stark jemand reagiert, ist individuell verschieden. Die Autorinnen und Autoren sehen in ihren Ergebnissen vor allem einen Ansatzpunkt für die Zukunft: Sie könnten helfen, wetterempfindliche Migränepatienten gezielter zu behandeln, und neue Wege für die Erforschung der Migräne-Entstehung eröffnen. Für Betroffene könnte es sich lohnen, neben Stress oder Schlaf auch Wetterbedingungen im Migränetagebuch festzuhalten.
Quelle: DOI 10.1007/s00415-025-13078-0
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