Säuglinge, die nicht vollständig gestillt werden, brauchen zusätzlich Flaschennahrung. Das Angebot kann leicht überfordern. Daher bietet das Bundeszentrum für Ernährung (BzfE) etwas Orientierung. Zentral ist, die zwei Hauptarten von Flaschennahrung in Deutschland zu kennen:
- Säuglingsanfangsnahrung: Sie ist für das erste Lebensjahr geeignet und kann Muttermilch ersetzen und zusätzlich zur Beikost gegeben werden. In dieser Gruppe wird zwischen „Pre“-nahrung unterschieden, die wie Muttermilch nur Laktose als Kohlenhydratquelle enthält. „1-Nahrung“ kann darüber hinaus andere Kohlenhydratquellen, wie Stärke, enthalten und ist oft dickflüssiger.
- Folgenahrung: Diese sollte das Baby erst bekommen, wenn es schon ein halbes Jahr alt ist und Beikost isst. In der Regel ist sie mit den Zahlen 2-3 markiert und liefert – entsprechend des steigenden Bedarfs im zweiten Lebensjahr – mehr Eisen. Allerdings kann ein Baby auch genug Eisen aus der Beikost aufnehmen – nach der Säuglingsanfangsnahrung ist Folgenahrung daher nicht unbedingt nötig.
Spezialnahrung nach Absprache für Kinder mit Allergien
Manche Säuglinge haben diagnostizierte Allergien oder eine Spuckneigung: Dann kann sich Spezialnahrung eignen, die aber nur nach Rücksprache mit einem Kinderarzt, einer Kinderärztin gefüttert werden sollte. Ein weiteres Beispiel: Ein Baby mit zu wenig Laktase kann medizinisch sinnvoll Flaschenmilch auf Sojaproteinbasis bekommen. Ohne gesundheitlichen Hintergrund, etwa zur veganen Ernährung, rät das BzfE allerdings davon ab.
HA-Nahrung: Allergievorbeugende Wirkung nicht nachgewiesen
Hersteller werben zudem mit Nahrung auf Basis von hydrolysiertem Protein (HA-Nahrung, Hydrolysierte Anfangsnahrung). Allerdings fehlt bisher der wissenschaftliche Nachweis, dass damit Allergien vermieden werden könnten und bei Kuhmilcheiweißallergie ist auch HA-Nahrung nicht geeignet.
Zusammensetzung der Flaschennahrung gesetzlich festgelegt
Auch betont das BzfE: Flaschennahrung kann nicht zuhause selbst hergestellt werden, da diese unter strengen Kriterien kontrolliert und hergestellt wird. Die ausgewogene Mischung an Nährstoffen ist gesetzlich festgelegt und selbst nicht zu erreichen.
Quelle: Bundeszentrum für Ernährung