Viele Menschen haben während der Krebstherapie das sogenannte „Chemo-Brain“ mit Konzentrationsproblemen, Gedächtnislücken oder Schwierigkeiten beim Multitasking. In einer Studie waren Ibuprofen und Bewegung hilfreich.
Bewegung, Ibuprofen, Kombination und Placebo verglichen
Bis zu 80 Prozent der Menschen berichten während einer Chemotherapie von kognitiven Einschränkungen. Das Forschungsteam untersuchte für die Studie nun 86 Betroffene. Sie erhielten über sechs Wochen entweder ein moderates Bewegungsprogramm, niedrig dosiertes Ibuprofen, eine Kombination aus beidem oder ein Placebo. Das Trainingsprogramm bestand aus einfachen Geh- und Kräftigungsübungen für zu Hause.
Studie zeigt positive Effekte auf die Denkleistung
Das Ergebnis: Sowohl Bewegung als auch mit Einschränkungen Ibuprofen konnten die geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Besonders deutlich zeigte sich der Effekt bei körperlicher Aktivität – etwa bei der Aufmerksamkeit. Die Studie wurde im Online Journal Cancer veröffentlicht.
Warum Bewegung so wirksam sein kann
Bewegung wirkt entzündungshemmend und unterstützt zahlreiche Prozesse im Körper. Da Entzündungen eine Rolle bei kognitiven Einschränkungen spielen könnten, ist dieser Effekt besonders relevant. Ibuprofen greift ebenfalls in Entzündungsprozesse ein, allerdings über andere Wege.
Die Studienleiterin Dr. Michelle C. Janelsins, University of Rochester and the Wilmot Cancer Institute, betont in einer Mitteilung zur Studie: „Wir sind ermutigt durch die Ergebnisse dieser Studie, die auf mögliche Vorteile beider Interventionen für einige kognitive Bereiche hinweisen.“ Gleichzeitig zeigte sich, dass Bewegung insgesamt den stärkeren Effekt hatte.
Bei Nebenwirkungen immer mit dem Arzt sprechen
Trotz der positiven Ergebnisse gilt: Maßnahmen wie Bewegung oder die Einnahme von Ibuprofen sollten immer mit einem Arzt abgestimmt werden. Weitere Studien sind nötig, um optimale Dauer und Dosierung zu klären.
DOI: http://dx.doi.org/10.1002/cncr.70323