Musik beim Lernen: Hilfe oder Störfaktor?

Hanke Huber  |  23.05.2026 13:30 Uhr

Hilft Musik bei der Konzentration oder lenkt sie eher ab? Dieser Frage sind australische Forscher nachgegangen. Ihr Ergebnis: Musik beim Lernen wirkt nicht bei jedem gleich.

Junger Mann mit Kopfhörern sitzt vor einem aufgeschlagenen Buch und einem Laptop. Er tippt mit dem Stift an seine Unterlippe.
Lernen in der Bibliothek: Besser mit oder ohne Musik? Das hat ein Forschungsteam untersucht.
© Jacob Ammentorp Lund/iStockphoto

Viele Menschen lassen beim Lernen oder Arbeiten gerne Musik im Hintergrund laufen. Ob dies die Konzentration fördert oder eher ablenkt, haben australische Forscher untersucht. 

Die Wissenschaftler von der Edith Cowan University wollten herausfinden, welche Rolle Musik beim Lesen und Lernen spielt und warum manche Studierende Musik bewusst einschalten, während andere lieber in Stille arbeiten. Dafür hatten sie mehr als 220 Studierende zu ihren Lern- und Hörgewohnheiten befragt. Zusätzlich betrachteten sie persönliche Eigenschaften, die möglicherweise beeinflussen könnten, wie stark sich Menschen durch Musik ablenken lassen. Dazu gehörten die Neigung zum Tagträumen, die Arbeitsgedächtniskapazität und die persönliche Bedeutung von Musik im Alltag.

Warum viele Studenten mit Musik lernen

Es zeigte sich, dass rund 54 Prozent der Befragten regelmäßig mit Musik im Hintergrund lernten. Fast alle davon hatten das Gefühl, dass ihnen die Musik beim Lesen hilft. Viele nutzen Musik gezielt, um Umgebungsgeräusche auszublenden oder leichter in einen konzentrierten Arbeitsmodus zu kommen. Besonders beliebt waren ruhige Musikrichtungen wie Klassik oder langsame Rockmusik. Besonders häufig hörten die Studenten langsame Instrumentalmusik ohne Gesang. Viele gaben an, dass ihnen diese Musik dabei hilft, sich besser auf das Lesen zu konzentrieren.

Musik beim Lernen wirkt nicht bei jedem gleich

Lange wurde angenommen, dass Musik beim Lernen grundsätzlich die Konzentration verschlechtert, weil das Gehirn dadurch zusätzlich belastet wird. Die Ergebnisse der Studie sprechen jedoch gegen eine pauschale Bewertung. Stattdessen zeigen sie, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Hintergrundmusik reagieren. 

Persönliche Vorlieben wichtiger als gedacht

Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Musik und der Arbeitsgedächtniskapazität oder einer stärkeren Neigung zum Gedankenwandern. Stattdessen spielte vor allem eine Rolle, wie wichtig Musik den Studierenden persönlich ist. Wer Musik als wichtigen Teil seines Alltags wahrnahm, hörte häufiger auch beim Lernen Musik und empfand sie eher als hilfreich. „Für manche Studenten unterstützt Musik tatsächlich das Lesen. Für andere steht sie im Weg. Entscheidend ist, die eigene Beziehung zur Musik zu verstehen“, erklärt Studienleiterin Dr. Lindsey Cooke.

Ging es in dieser Studie vor allem darum, wie Studierende den Einfluss von Musik beim Lernen selbst einschätzen, wollen die Forscher in einem nächsten Schritt untersuchen, wie sich unterschiedliche Musikarten tatsächlich auf das Textverständnis auswirken. 

DOI: 10.1177/03057356261421209

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Senioren

Im Fokus diesmal: Ebola im Kongo, manche hochverarbeitete Lebensmittel gesund und wie Kunst und…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben