Langsamer Altern: Kunst und Kultur ähnlich nützlich wie Bewegung

Hanke Huber  |  19.05.2026 12:31 Uhr

Viele Menschen denken bei gesundem Altern zuerst an Ernährung, Sport oder Schlaf. Eine neue Studie zeigt nun: Kulturelle Aktivitäten könnten ähnlich positiv auf das biologische Alter wirken wie regelmäßige Bewegung.

Im Vordergrund: Eine junge Frau, die nach links aus dem Bild heraus blickt, im Hintergrund (unscharf): Blaue Wände mit historischen Portraits und eine kleine Gruppe Museumsbesucher.
Kulturelle Aktivitäten, wie etwa ein Ausstellungsbesuch, ging mit langsamerer Alterung einher.
© jenoche/iStockphoto

Kulturelle Aktivitäten könnten ähnlich positiv auf das biologische Alter wirken wie regelmäßige Bewegung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Die Forscher aus Großbritannien fanden heraus, dass kulturelle Aktivitäten offenbar messbare Auswirkungen auf den biologischen Alterungsprozess haben. Regelmäßig zu lesen, auf Konzerte zu gehen, ein Theater oder einer Ausstellung zu besuchen scheint sogar eine ähnlich positive Wirkung auf den Körper zu haben wie mit Bewegung.

Altersbedingte DNA-Veränderungen

Die Forscher hatten untersucht, wie sich Aktivitäten rund um Kunst und Kultur auf das Erbgut auswirken. Sie betrachteten spezielle DNA-Veränderungen, die das biologische Alter mit beeinflussen, ohne aber den genetischen Code zu verändern. Dafür hatten sie Ergebnisse aus Umfragen und Daten aus Blutuntersuchungen von mehr als 3.500 Erwachsenen ausgewertet. 

Vier Prozent langsameres Altern – ähnliche Größenordnung wie regelmäßiger Sport

Es zeigte sich, dass Menschen, die mindestens einmal pro Woche kulturelle Aktivitäten nutzten, laut den Berechnungen rund vier Prozent langsamer alterten als Personen, die solche Angebote kaum nutzten. Der Effekt lag damit in einer ähnlichen Größenordnung wie bei regelmäßiger Bewegung. Am stärksten war der Zusammenhang bei Menschen ab etwa 40 Jahren. 

Der Körper profitiert von Vielfalt

Die Studie bezog verschiedene Formen kultureller Beschäftigung ein. Dazu gehörten unter anderem Lesen, Musik hören, Theaterbesuche sowie Museums- und Galeriebesuche. Dabei zeigte sich, dass nicht nur die Häufigkeit eine Rolle spielt, sondern auch die Abwechslung. Menschen, die mehrere unterschiedliche kulturelle Aktivitäten nutzten, schnitten besser ab. „Dies könnte daran liegen, dass jede Aktivität unterschiedliche ‚Bestandteile‘ aufweist, die der Gesundheit zuträglich sind, wie beispielsweise körperliche, kognitive, emotionale oder soziale Stimulation“, sagt Professorin Daisy Fancourt, Hauptautorin der Studie. 

Auch Wirkungen auf Stressabbau und Entzündungen entdeckt

Auch andere Studien konnten den Forschern zufolge schon positive Auswirkungen von Kunst und Kultur auf die Gesundheit belegen. So gebe es Hinweise, dass kulturelle Aktivitäten Stress abbauen, Entzündungen lindern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

DOI: 10.1093/geroni/igag038

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