Welche Symptome sprechen für Magnesiummangel und wann helfen Präparate? Antworten im Podcast mit Apotheker Rüdiger Freund aus Apotheke und Wissenschaft.
Welche Symptome sprechen für Magnesiummangel und wann helfen Präparate? Antworten im Podcast mit Apotheker Rüdiger Freund aus Apotheke und Wissenschaft.
Übelkeit, Müdigkeit, Muskelkrämpfe oder Herzrhythmusstörungen: Viele Menschen vermuten dahinter schnell einen Magnesiummangel. Apotheker und aponet.de-Chefredakteur Rüdiger Freund erklärt im Gespräch mit Moderator Ulli Harraß, warum ein echter Mangel bei gesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung eher selten ist. Typische Beschwerden treten meist erst bei einem länger bestehenden oder ausgeprägten Defizit auf. Dazu gehören auch Schwächegefühl, Kribbeln in den Händen oder nächtliche Wadenkrämpfe.
Bestimmte Erkrankungen können die Magnesiumaufnahme im Körper stören. Besonders Menschen mit chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie Personen mit häufigem Durchfall oder Operationen am Verdauungstrakt zählen zu den Risikogruppen. Auch Schwangere haben einen leicht erhöhten Bedarf. Rüdiger Freund empfiehlt, Magnesiumpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen.
Auch Medikamente können den Magnesiumspiegel senken. Dazu gehören entwässernde Mittel gegen Bluthochdruck, Abführmittel und sogenannte Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen. Sie erhöhen die Magnesiumausscheidung oder behindern die Aufnahme im Darm. Wer solche Arzneimittel regelmäßig einnimmt, sollte mögliche Beschwerden mit Arzt oder Apotheker besprechen.
Viele Menschen greifen bei Wadenkrämpfen automatisch zu Magnesium. Laut aktueller Studienlage ist die Wirkung jedoch nicht eindeutig belegt. Gerade bei Sportlern spielen oft Flüssigkeitsmangel oder starke Belastung eine größere Rolle. Trotzdem gilt Magnesium in üblicher Dosierung als gut verträglich.
Den Bedarf deckt man am besten über die Ernährung. Besonders viel Magnesium steckt in Mandeln, Cashews, Sonnenblumenkernen, Vollkornprodukten, Spinat, Mangold, Hülsenfrüchten und Bananen. Eine abwechslungsreiche Ernährung reicht laut Rüdiger Freund in den meisten Fällen aus, um den Körper gut zu versorgen.
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