Wie gefährlich ist ein Zeckenstich? Ein Apotheker gibt Tipps zu Schutz, Symptomen und früher Behandlung von Borreliose.
Borreliose nach Zeckenstich: Wie hoch ist das Risiko?
Ein Zeckenstich bedeutet nicht automatisch Borreliose. Apotheker und aponet.de-Chefredakteur Rüdiger Freund erklärt im Gespräch mit Host Ulli Harraß: Rund 30 Prozent der Zecken in Deutschland tragen Borrelien in sich. Trotzdem infizieren sich laut Robert Koch-Institut nur etwa sechs Prozent der gestochenen Menschen. Tatsächlich erkrankt weniger als ein Prozent an Borreliose.
Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch sogenannte Borrelien ausgelöst wird. Die Erreger werden beim Zeckenstich übertragen und können unbehandelt Nerven, Gelenke oder die Haut angreifen.
Borreliose vorbeugen: Kleidung, Repellenzien und Körpersuche
Wer im Wald oder auf Wiesen unterwegs ist, kann das Risiko deutlich senken. Rüdiger Freund empfiehlt, auf Wegen zu bleiben und hohes Gras oder Unterholz zu meiden. Lange, helle Kleidung hilft zusätzlich, weil Zecken darauf schneller auffallen.
Auch Zeckenschutzmittel aus der Apotheke können sinnvoll sein. Allerdings wirken Repellenzien gegen Zecken oft nur etwa zwei Stunden. Deshalb bleibt das gründliche Absuchen des Körpers besonders wichtig. Kinder sollten nach dem Spielen im Freien sorgfältig kontrolliert werden.
Symptome der Borreliose früh erkennen
Das bekannteste Warnzeichen ist die sogenannte Wanderröte. Dabei entsteht rund um die Einstichstelle ein ringförmiger roter Hautausschlag, der sich langsam ausbreitet. Die Wanderröte gilt als typisches Symptom einer frühen Borreliose.
Hinzu kommen oft grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen. Schwieriger wird die Diagnose, weil die Wanderröte nicht bei jedem Betroffenen auftritt.
Warum eine frühe Behandlung wichtig ist
Wird Borreliose früh erkannt, lässt sie sich meist gut mit Antibiotika behandeln. Erfolgt die Therapie in den ersten Tagen oder Wochen nach der Infektion, heilt die Erkrankung oft vollständig aus.
Ohne Behandlung kann Borreliose schwerere Folgen haben, etwa Nervenschmerzen oder Gesichtslähmungen. Auch dann helfen Antibiotika noch, die Behandlung dauert jedoch meist länger.