Langzeitstudie: Der Zugang zu den eigenen Gefühlen bestimmt mit, wie stark chronische Schmerzen den Alltag beeinträchtigen.

Menschen mit chronischen Schmerzen sind im Alltag stärker eingeschränkt, wenn sie ihre eigenen Gefühle schlecht wahrnehmen oder ausdrücken können. Eine große Studie zeigt: Das erhöht die psychische Belastung und erschwert den Umgang mit den Schmerzen.
Manche Menschen können ihre eigenen Gefühle schwer erkennen und in Worte fassen. In der Fachsprache nennt man das: Alexithymie. Genau dieses Merkmal wurde in der Studie in Hinblick auf chronischen Schmerz genauer untersucht – mit überraschenden Ergebnissen.
Chronische Schmerzen werden in der Regel als Schmerzen definiert, die länger als drei Monate anhalten. Etwa jeder vierte Erwachsene leidet laut US-Gesundheitsbehörden mitunter an chronischen Schmerzen. Bei rund 8 Prozent sind die Schmerzen so stark, dass sie die Menge an körperlicher Arbeit, die sie täglich verrichten können, einschränken.
Forschende an der Johns Hopkins Medicine begleiteten über zwei Jahre mehr als 1.400 Erwachsene mit chronischen Schmerzen. Sie wollten wissen, wie die Wahrnehmung eigener Gefühle auf chronischen Schmerz auswirkt. Studienleiterin Rachel Aaron erklärt: „Frühere Studien haben gezeigt, dass Alexithymie bei Menschen mit chronischen Schmerzen häufiger vorkommt. Wir wussten jedoch nicht, ob sie die Schmerzen verschlechtert oder umgekehrt.“
Die Kernergebnisse der Studie waren:
Die Studie zeigt deutlich: Nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Faktoren beeinflussen, wie stark chronische Schmerzen den Alltag bestimmen. Die Autoren schließen daraus, dass psychologische Ansätze – insbesondere zur Verbesserung der Emotionswahrnehmung und zur Reduktion von Stress – ein wichtiger Bestandteil der Schmerztherapie sein sollten. Ziel ist es, die Lebensqualität langfristig zu verbessern.
Quelle: DOI 10.1037/hea0001604
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