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Herzprobleme: Stress ist immer häufiger die Ursache

NK  |  06.07.2023

Ärger am Arbeitsplatz, Streit in der Familie, Zukunftssorgen: Sorgen und Stress haben in den letzten Jahren bei vielen Menschen zugenommen. Das zeigt eine forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse KKH. Besorgniserregend ist, dass gleichzeitig auch die Zahl der Herzerkrankungen zugenommen hat.

Mann, sitzt vor dem Computer im Büro und stützt den Kopf in die Hände.
Viele Menschen haben das Gefühl, dass Stress in den vergangenen Jahren zugenommen hat.
© shironosov/iStockphoto

84 Prozent der 18- bis 70-Jährigen fühlen sich der Umfrage zufolge zumindest gelegentlich gestresst, fast jeder Zweite (43 Prozent) sogar häufig oder sehr häufig. Die Mehrheit hat zudem das Gefühl, dass das Leben in den vergangenen ein bis zwei Jahren anstrengender und stressiger geworden ist.

Das kann auf Dauer Folgen für die Gesundheit haben: „Dauerstress gehört neben Rauchen und zu hohem Alkoholkonsum zu den wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sagt KKH-Ärztin Dr. Sonja Hermeneit. Daten der Ersatzkasse zeigen, dass Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch häufiger von psychischen Problemen betroffen sind – und zwar um rund ein Viertel häufiger als im Allgemeinen. Mittlerweile erhalte jeder zehnte Herzpatient auch eine psychische Diagnose, bei den 25- bis 64-Jährigen ist es sogar jeder Siebte.

Stress schadet auch jungen Herzen

Das Tückische: Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden oft als Alterserscheinung eingestuft. Doch verbunden mit Stress können sie schon in jüngeren Jahren zum Problem werden, wie die weitere Analyse zeigt. In Kombination mit Stressdiagnosen schnellen auch kardiovaskuläre Erkrankungen ab dem jungen Alter nach oben, halten sich lange auf hohem Niveau und sinken erst mit Beginn des Rentenalters wieder deutlich ab. „Chronischer Stress und enorme psychische Belastungen steigern das Risiko für einen hohen Blutdruck und die Entwicklung weiterer Herzerkrankungen. Das gilt auch für jüngere Patient/innen ohne Vorerkrankungen“, erläutert Hermeneit.

Die Umfrage zeigt auch, dass Jüngere eher unter Druck stehen als Ältere: 18- bis 49-Jährige fühlen sich demnach öfter gestresst als 50- bis 70-Jährige. Entsprechend nehmen sie auch häufiger Beschwerden wahr, die sie auf Stress und hohen Druck zurückführen. Auf Platz eins stehen Unruhe, Nervosität oder Gereiztheit. Bei rund zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) zeigen sich diese Symptome in stressigen Situationen. Fast ebenso viele (62 Prozent) fühlen sich unter Druck müde oder haben Schlafstörungen. 59 Prozent sagen, sie seien erschöpft und ausgebrannt.

Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten eine Reihe Präventionsangeboten zur Stressreduktion im Alltag und am Arbeitsplatz an oder fördern spezielle Kurse bei externen Anbietern. Es lohnt sich, bei der eigenen Kasse nachzufragen, welche Angebote es gibt.

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