Schlaf & Altern: Ältere Organe bei zu wenig und zu viel Schlaf

Katrin Faßnacht-Lee  |  18.05.2026 13:21 Uhr

Wie wirkt sich Schlaf auf den Körper aus? Forschende entdecken Zusammenhang zwischen Schlafdauer, Organalterung und Erkrankungen.

Ein junger Mann schläft.
Ausschlafen tut gut. Doch mit zu langem Schlafen ging eine schnellere Alterung in nahezu jedem Organ einher – mit zu kurzer Schlafdauer allerdings auch.
© Meeko Media/iStockphoto

Wie viele Stunden Schlaf sind gesund? Eine neue Studie zeigt: Sowohl Schlafmangel als auch sehr lange Schlafzeiten stehen mit schnellerem Altern und verschiedenen Krankheiten in Verbindung. Besonders günstig war eine Schlafdauer von rund sieben Stunden pro Nacht.

So wird der Alterungsprozess in verschiedenen Organen untersucht

Forscher der Columbia University haben untersucht, wie sich die Schlafdauer auf die biologische Alterung auswirkt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature veröffentlicht. Analysiert wurden Daten von rund 500.000 Menschen aus der UK Biobank.

Die Forschenden untersuchten sogenannte „Alterungsuhren“. Dabei handelt es sich um moderne Analyseverfahren, die mithilfe biologischer Daten berechnen, wie schnell einzelne Organe altern. Anders als frühere Methoden betrachtete die aktuelle Studie nicht nur den gesamten Körper, sondern 17 verschiedene Organsysteme.

Schlafmangel beschleunigt das Altern – zu langes Schlafen auch

Das Ergebnis: Menschen mit weniger als sechs Stunden Schlaf oder mehr als acht Stunden Schlaf zeigten häufiger Anzeichen für schnelleres Altern. Die günstigsten Werte fanden die Forscher bei Personen mit Schlafzeiten zwischen 6,4 und 7,8 Stunden pro Nacht.

Dass Schlafentzug negative Folgen hat, wurde bereits zuvor untersucht. Studienleiter Junhao Wen betont in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: „Unsere Studie geht einen Schritt weiter und zeigt, dass zu wenig und zu viel Schlaf mit einer schnelleren Alterung in nahezu jedem Organ verbunden sind.“

Zu wenig Schlaf und Erkrankungen

Die Studie deutet außerdem auf einen engen Zusammenhang zwischen Schlaf und verschiedenen Erkrankungen hin. Vor allem kurzer Schlaf war häufiger mit gesundheitlichen Problemen verbunden.

Dazu gehörten:

Zu viel Schlaf und Krankheiten

Auch sehr lange Schlafzeiten standen mit einigen Erkrankungen in Verbindung. Dazu gehören laut der Forschenden:

Die Studie liefert jedoch keinen direkten Ursache-Wirkung-Beweis. Die Schlafdauer könnte auch ein Hinweis auf bereits bestehende Gesundheitsprobleme sein.

Warum regelmäßiger Schlaf wichtig ist

Viele Menschen kennen typische Folgen von schlechtem Schlaf aus dem Alltag: Konzentrationsprobleme, Müdigkeit oder Gereiztheit. Laut der Studie könnten langfristig aber auch wichtige Körperfunktionen betroffen sein.

Junhao Wen erklärt: „Die Schlafdauer ist tief in unserer gesamten Physiologie verankert.“ Schlaf beeinflusse demnach nicht nur das Gehirn, sondern zahlreiche Prozesse im ganzen Körper. Die Ergebnisse unterstreichen damit erneut, wie wichtig gesunder Schlaf für Körper und Psyche ist. Regelmäßige Schlafzeiten und ausreichend Erholung könnten langfristig dazu beitragen, die Gesundheit vieler Organe zu unterstützen.

DOI: http://dx.doi.org/10.1038/s41586-026-10524-5

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