Wie lange wir schlafen, hängt auch von der Kultur ab, in der wir leben. Interessant ist, dass damit auch die ideale Schlafdauer für die Gesundheit zu variieren scheint. Ein Forschungsteam der University of British Columbia stellt damit die alte Faustregel von acht Stunden Nachtschlaf in Frage.
Orientierung am kulturellen Idealwert
Das Forschungsteam wertete Daten von knapp 5.000 Menschen aus 20 Ländern aus. Sie fanden keinerlei Hinweise darauf, dass kürzere Schlafzeiten automatisch mit schlechterer Gesundheit einhergingen. Entscheidend sei vielmehr, wie nah die individuelle Schlafdauer an dem liege, was im eigenen Land als üblich gilt, schreibt das Autorenteam. Wer sich also an kulturellen Idealwerten orientierte – bewusst oder unbewusst –, berichtete tendenziell von besserer Gesundheit.
So viele Stunden schlafen Menschen weltweit
Während Menschen in Japan im Schnitt nur sechs Stunden und 18 Minuten schlafen, gönnen sich die Französinnen und Franzosen mit sieben Stunden und 52 Minuten rund anderthalb Stunden mehr. Die Niederländer belegen Platz zwei der Vielschläfer, Kanada lag dagegen mit sieben Stunden und 27 Minuten im Mittelfeld. Deutschland war nicht Teil der Untersuchung. Laut der Studie sind diese kulturellen Unterschiede bereits bei Säuglingen und Kindern zu beobachten.
Eine Stunde Schlafdezifit
Ein weiteres Ergebnis: Die Menschen in allen 20 Ländern schlafen offenbar mindestens eine Stunde weniger, als ihre Kultur als optimal ansieht. Und je weiter jemand vom Äquator entfernt lebt, desto länger ist offenbar seine Schlafzeit.
DOI: 10.1073/pnas.2419269122