Zurückgerufene Säuglingsnahrung: Was ist Cereulid?

pta-Forum  |  11.02.2026 10:38 Uhr

Cereulid in Säuglingsnahrung? Unterschiedliche Hersteller haben ihre Babynahrung wegen dieser Möglichkeit zurückgerufen. Worum handelt es sich bei dem Stoff und wie gefährlich ist er?

Baby trinkt auf dem Schoß einer Frau aus einer Flasche. Es blickt zweifelnd in die Kamera.
Wegen einer möglichen Verunreinigung mit Cereulid haben verschiedene Hersteller Babynahrung zurückgerufen.
© galitskaya/iStockphoto

Lebensmittelhersteller Danone hat in Deutschland kürzlich mehrere Chargen der Babynahrung Aptamil® zurückgerufen, da diese Cereulid enthalten könnten. Auch die Hersteller Nestlé und Lactalis haben aus dem gleichen Grund mehrere Säuglingsnahrungsprodukte vorsorglich aus dem Handel genommen.

Was ist Cereulid?

Cereulid ist ein Giftstoff, den bestimmte Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe – auch „emetische Bacillus cereus“ genannt – bilden. Die giftige Substanz gelangte wohl in China über eine kontaminierte Charge der Zutat Arachidonsäure-Öl in die betroffenen Säuglingsnahrungsprodukte.

Abkochen schützt nicht vor Cereulid

Beim Erhitzen werde Cereulid nicht inaktiviert, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das Abkochen von Lebensmitteln beseitigt das Toxin also nicht. Wird Cereulid aufgenommen, kann es nach einer halben bis zu sechs Stunden später zu Übelkeit und Erbrechen führen. In der Regel klingen die Symptome innerhalb von 24 Stunden von allein ab. Bei selten auftretenden schweren Vergiftungen durch hohe Cereulid-Konzentrationen können sich jedoch Organschäden entwickeln. Dabei sind vor allem Leber und Nieren betroffen. In der Vergangenheit seien diese in Einzelfällen tödlich verlaufen, so das BfR.

Säuglingsmilch aus Pulver erst unmittelbar vor dem Verzehr vorbereiten

In Säuglingsmilchpulver wurde Cereulid laut BfR bislang nicht nachgewiesen, wohl aber die produzierenden Bakterien. In dem ungelösten Pulver sei aufgrund des niedrigen Wassergehaltes aber keine Vermehrung des Erregers und damit keine Cereulid-Bildung möglich, schreibt das Institut. Werde das Pulver jedoch aufgelöst und die Säuglingsmilch für mehrere Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt, könnten sich die Bakterien vermehren und das Toxin bilden. Daher sei es enorm wichtig, pulverförmige Säuglingsnahrung stets unmittelbar vor dem Verzehr zuzubereiten. Übrigens ist Cereulid auch der Auslöser des sogenannten „Fried Rice Syndroms: Dabei bilden die entsprechenden Bakterien Cereulid in stärkehaltigen Lebensmitteln, die gekocht und zu lange bei Raumtemperatur aufbewahrt wurden.  

Neuer Cereulid-Sicherheitsrichtwert für Babys festgelegt

Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt es derzeit weltweit Rückrufe von Babynahrungsprodukten. Die Behörde hat daher nun erstmals einen klaren Sicherheitsrichtwert für Cereulid speziell für Babys festgelegt. Eltern sollten zurückgerufene Produkte keinesfalls weiterverwenden. Zeigen Babys nach dem Verzehr Symptome wie Erbrechen oder Durchfall, sollten sie dringend einem Arzt vorgestellt werden.

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