Wer unter Sodbrennen oder anderen Refluxbeschwerden leidet, greift häufig zu Säureblockern oder Antazida. Doch Medikamente sind nicht immer die einzige Möglichkeit. Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein konsequentes Ernährungs- und Lebensstilprogramm die Beschwerden vieler Betroffener innerhalb von drei Monaten deutlich verringerte und dabei sogar bessere Ergebnisse erzielte als die untersuchten Medikamente.
Ernährungsumstellung erzielte die besten Ergebnisse
Nach drei Monaten Behandlungsdauer hatten sich die Beschwerden in allen vier Behandlungsgruppen der Studie verbessert. Die höchste Ansprechrate erreichten jedoch die Teilnehmer, die ihre Ernährung und ihren Lebensstil umgestellt hatten: 81 Prozent sprachen auf die Behandlung an.
Zum Vergleich: Bei Antazida lag die Ansprechrate bei 74,1 Prozent, bei Alginaten bei 57,9 Prozent und bei Säureblockern bei 56,3 Prozent.
Auch die von den Patienten selbst bewerteten Refluxbeschwerden waren in der Ernährungsgruppe am geringsten. Bei den objektiven Untersuchungsbefunden zeigten sich zwischen den vier Behandlungsformen dagegen keine statistisch signifikanten Unterschiede.
Welche Ernährung in der Studie empfohlen wurde
Für die Untersuchung begleiteten Forscher 145 Patienten in Belgien und Frankreich über einen Zeitraum von drei Monaten. Die Teilnehmer erhielten entweder Medikamente oder ein konsequentes Ernährungs- und Lebensstilprogramm.
Empfohlen wurden:
- fettarme Eiweißquellen wie Fisch, mageres Fleisch und fettarme Milchprodukte
- Vollkornprodukte sowie Obst und gekochtes Gemüse
- Maßnahmen zur Stressreduktion
Möglichst gemieden werden sollten:
- fettreiche Speisen und stark zuckerhaltige Lebensmittel
- Alkohol, Kaffee, Tee und Fruchtsäfte
- Tomaten, Zwiebeln, Chili, scharfe Gewürze und rohes Gemüse
Welche Medikamente untersucht wurden
- Säureblocker (Protonenpumpenhemmer): Verringern die Produktion von Magensäure und wirken vor allem bei regelmäßiger Einnahme.
- Antazida: Wirken akut, indem sie bereits vorhandene Magensäure neutralisieren.
- Alginate: Bilden eine schützende Gel-Schicht auf dem Mageninhalt und erschweren so den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.
Nicht jeder Reflux verursacht Sodbrennen
Beim sogenannten laryngopharyngealen Reflux (LPR) steigt Magensäure bis in Rachen und Kehlkopf auf. Anders als beim klassischen Reflux fehlt dabei häufig das typische Sodbrennen. Stattdessen leiden Betroffene unter Heiserkeit, ständigem Räuspern, Husten, einem Kloßgefühl im Hals oder Halsschmerzen. Weil diese Beschwerden oft nicht mit Reflux in Verbindung gebracht werden, bleibt die Ursache häufig lange unentdeckt.
Was Betroffene aus der Studie mitnehmen können
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine konsequente Ernährungs- und Lebensstiländerung bei Reflux eine wichtige Rolle spielen kann. Wer regelmäßig unter Sodbrennen, Heiserkeit, häufigem Räuspern oder anderen anhaltenden Beschwerden leidet, sollte diese ärztlich abklären lassen. Je nach Ursache kann eine Ernährungsumstellung die Behandlung sinnvoll ergänzen.
Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Sie kann Zusammenhänge aufzeigen, aber keinen eindeutigen Beweis für die Wirkung der Ernährungsumstellung liefern. Um die Ergebnisse zu bestätigen, sind weitere randomisierte klinische Studien erforderlich. Die Studie wurde im Fachjournal „JAMA Otolaryngology – Head & Neck Surgery“ veröffentlicht.
Quelle: DOI 10.1001/jamaoto.2026.0577