Sodbrennen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Rüdiger Freund  |  01.04.2026 13:02 Uhr

Sodbrennen ist ein weit verbreitetes Problem, das sich durch ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein äußert. Es entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Erfahren Sie hier, was die Ursachen sind, welche Hausmittel helfen und wann ein Arztbesuch notwendig ist.

Frau fasst sich ans Brustbein.
Bei Sodbrennen spürt man oft ein unangenehmes Brennen hinter dem Brustbein.
© gpointstudio/iStockphoto
Inhaltsverzeichnis

Überblick

Sodbrennen tritt auf, wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt und dort die empfindliche Schleimhaut reizt. Häufig geschieht dies nach üppigen Mahlzeiten, durch bestimmte Lebensmittel oder ungünstige Lebensgewohnheiten. Gelegentliches Sodbrennen ist meist harmlos, während häufige Beschwerden auf eine Refluxkrankheit hinweisen können.

Symptome von Sodbrennen

Typische Beschwerden bei Sodbrennen sind:

  • Brennender Schmerz hinter dem Brustbein
  • Saures Aufstoßen und ein unangenehmer Geschmack im Mund
  • Völlegefühl und Druckgefühl im Oberbauch
  • Schluckbeschwerden oder Hustenreiz

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Viele Schwangere leiden unter Sodbrennen, insbesondere im letzten Trimester. Hormonelle Veränderungen lockern den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, sodass Magensäure leichter aufsteigen kann. Neben Hausmitteln wie Mandeln oder Haferflocken hilft es, kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen und in aufrechter Haltung zu essen. Zusätzlich können Schwangere darauf achten, nicht direkt vor dem Schlafengehen zu essen und den Oberkörper leicht erhöht zu lagern.

Leichte Bewegung nach den Mahlzeiten kann die Verdauung unterstützen und den Rückfluss von Magensäure reduzieren.

Verlauf

Unbehandeltes, häufiges Sodbrennen kann zu einer Refluxkrankheit führen. Dabei kommt es regelmäßig zum Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, was die Schleimhaut schädigt. Langfristig kann dies zu Entzündungen, Geschwüren oder sogar zu einer Veränderung der Schleimhaut (Barrett-Ösophagus) führen, die das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöht. Daher ist es wichtig, anhaltendes Sodbrennen ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen.

Refluxkrankheit – Wann wird Sodbrennen chronisch?

Tritt Sodbrennen regelmäßig auf, kann eine Refluxkrankheit vorliegen. Diese Erkrankung führt zu einer dauerhaften Schädigung der Speiseröhre und kann zu Komplikationen wie Entzündungen oder Geschwüren führen. Eine unbehandelte Refluxkrankheit kann langfristig das Risiko für eine Barrett-Ösophagus-Erkrankung erhöhen, eine Veränderung der Schleimhaut, die in seltenen Fällen Vorstufen von Speiseröhrenkrebs begünstigen kann. Daher ist es wichtig, chronisches Sodbrennen frühzeitig zu behandeln und ärztlich abklären zu lassen.

Ursachen von Sodbrennen

Hinter Sodbrennen steckt meist ein geschwächter Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen. Dieser sogenannte untere Ösophagussphinkter soll eigentlich verhindern, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Ist seine Funktion gestört, reicht schon ein geringer Druckanstieg im Bauchraum – etwa nach dem Essen oder bei körperlicher Belastung –, um den Rückfluss (Reflux) auszulösen.

Auch eine gestörte Magenentleerung oder ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) kann die Ursache sein. Bestimmte Medikamente wie Anticholinergika, Kalziumkanalblocker oder Schmerzmittel wie Ibuprofen können den Schließmuskel zusätzlich schwächen oder die Magensäureproduktion fördern.

Risikofaktoren

Mehrere Faktoren erhöhen das Risiko, regelmäßig unter Sodbrennen zu leiden. Dazu zählen:

  • Ernährung: Fettreiche, scharfe oder stark gewürzte Speisen fördern die Säureproduktion.
  • Lebensstil: Rauchen, Alkohol und Stress begünstigen den Rückfluss von Magensäure.
  • Körperliche Faktoren: Übergewicht, enge Kleidung oder eine ungünstige Liegeposition erhöhen den Druck auf den Magen.
  • Stress und Schlafmangel wirken sich ebenfalls negativ aus.
  • Sodbrennen in der Schwangerschaft: Durch hormonelle Veränderungen und den wachsenden Fötus wird der Magen zusammengedrückt.

Bei vielen Betroffenen liegt zudem eine genetische Veranlagung vor, die das Risiko erhöht, an einer Refluxkrankheit zu erkranken.

Diagnose

Die Diagnose von Sodbrennen basiert zunächst auf der Schilderung der Symptome. Bei anhaltenden Beschwerden können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Magenspiegelung (Gastroskopie): Zur Beurteilung der Schleimhaut der Speiseröhre.
  • 24-Stunden-pH-Metrie: Misst den Säuregehalt in der Speiseröhre über einen Tag hinweg.
  • Manometrie: Misst den Druck im unteren Speiseröhrenschließmuskel.

Diese Untersuchungen helfen, die Schwere der Refluxkrankheit zu bestimmen und andere Ursachen auszuschließen.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:

  • Sodbrennen häufiger als zweimal pro Woche auftritt.
  • Schmerzen beim Schlucken bestehen.
  • Nachts starke Beschwerden auftreten.
  • Blut im Stuhl oder Erbrochenem vorhanden ist.

Behandlung: Was hilft gegen Sodbrennen?

Zur Linderung der Beschwerden gibt es verschiedene Maßnahmen:

  • Ernährungsumstellung: Mehrere, kleinere Mahlzeiten anstelle größerer Mahlzeiten und der Verzicht auf fettreiche sowie scharfe Speisen helfen.
  • Lebensstiländerungen: Vermeidung von Alkohol, Rauchen und spätem Essen.
  • Aufrechte Haltung: Während der Mahlzeit sitzen und nicht sofort nach dem Essen hinlegen.
  • Medikamente: Antazida sind basische Substanzen, die überschüssige Magensäure neutralisieren, Protonenpumpenhemmer hemmen die Produktion von Magensäure.

Was die Apotheke rät

  • Sanfte Hausmittel wie Kamillentee oder Heilerde können bei Beschwerden helfen.
  • Medikamente wie Antazida oder Protonenpumpenhemmer sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
  • Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung kann vorbeugend wirken.

Kurz zusammengefasst

  • Sodbrennen entsteht durch aufsteigende Magensäure und kann durch Ernährung und Lebensstil beeinflusst werden.
  • Was hilft gegen Sodbrennen? Hausmittel, Ernährungsanpassungen und Medikamente können die Beschwerden lindern.
  • Sodbrennen in der Schwangerschaft ist häufig, aber meist harmlos.
  • Häufiges Sodbrennen kann auf eine Refluxkrankheit hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

zuletzt aktualisiert: 1.4.2026

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