Gesundheit

Reflux-Krankheit erhöht das Krebs-Risiko kaum

NAS  |  13.09.2023

Sodbrennen, saures Aufstoßen und Schmerzen hinter dem Brustbein sind typische Symptome der Refluxkrankheit. Sie gilt auch als Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs. Eine neue Studie im Fachblatt BMJ zeigt jedoch, dass die Mehrheit der Patienten nicht an Krebs erkrankt.

Junge Frau hat Sodbrennen.

© AndreyPopov/iStockphoto

Bei der Refluxkrankheit fließt Magensäure regelmäßig in die Speiseröhre zurück. Dies kann manchmal eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut verursachen, die durch eine Magenspiegelung diagnostiziert wird. Es ist allgemein bekannt, dass die Refluxkrankheit das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöht, aber wie hoch das Krebsrisiko für Patienten mit normaler Schleimhaut ist, war bisher unbekannt. Dies haben Forschende des Karolinska Instituts in Schweden nun untersucht und geben Entwarnung:  Die groß angelegte Studie aus drei nordischen Ländern zeigt, dass das Krebsrisiko nur bei Patienten erhöht ist, bei denen bei der Magenspiegelung Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut festgestellt werden.

Wiederholte Magenspiegelgung wahrscheinlich unnötig

„Dies ist ein erfreuliches Ergebnis, da die Refluxkrankheit eine sehr häufige Erkrankung ist und die meisten Patienten bei der Magenspiegelung eine völlig normale Schleimhaut aufweisen", sagt der Studienautor Dag Holmberg, Forscher in der Abteilung für Molekulare Medizin und Chirurgie am Karolinska Institut. Die Symptome der Refluxkrankheit können kommen und gehen, verschwinden aber in den seltensten Fällen vollständig. Viele Patienten suchen daher häufig einen Arzt auf und unterziehen sich wiederholten Magenspiegelungen, um Schleimhautläsionen oder Krebsvorstufen zu entdecken. „Unsere Studie legt nahe, dass diese wiederholten Magenspiegelungen bei Menschen mit Refluxkrankheit, die eine normale Speiseröhrenschleimhaut haben, wahrscheinlich unnötig sind“, sagt Holmberg. „Diese Ergebnisse sollten für diese große Patientengruppe beruhigend sein und können Hausärzten, die sie häufig behandeln, als Orientierung dienen.“

Die Studie basiert auf Daten aus nationalen Gesundheitsdatenregistern in Schweden, Dänemark und Finnland und umfasste über 285 000 Personen mit Refluxkrankheit und ohne Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis). Die Patienten wurden bis zu 31 Jahre lang beobachtet, und die Forscher registrierten alle Fälle von Speiseröhrenkrebs. Bei Patienten mit Refluxkrankheit und normaler Schleimhaut wurde kein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs festgestellt. Zum Vergleich analysierten die Forscher auch das Krebsrisiko bei über 200.000 Personen mit Refluxkrankheit und Ösophagitis. Diese Personen hatten hingegen ein deutlich erhöhtes relatives Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Quelle: DOI 10.1136/bmj-2023-076017

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