Wespen, Raupen, Spinnen: Welche Insekten für Haustiere gefährlich werden können

Wolf Löchel  |  16.05.2026 10:10 Uhr

Wespenstiche, Brennhaare oder giftige Abwehrsekrete von Insekten können für Hunde und Katzen gefährlich werden. Besonders im Frühjahr und Sommer sollten Tierhalter typische Symptome kennen und wissen, wann ein Tier sofort zum Tierarzt muss.

Hund berührt Schmetterling mit seiner Nase
Viele Hunde sind sehr neugierig - leider sind nicht alle Insekten so harmlos wie Schmetterlinge.
© ulkas/iStockphoto

Schnappen Hunde oder Katzen nach Spinnen, Wespen oder Ameisen, können Giftstoffe über die Schleimhäute aufgenommen werden. Dann ist schnelles Handeln gefragt – besonders, wenn Vierbeiner zu allergischen Reaktionen neigen. Jana Hoger, Tierpsychologin bei der Tierrechteorganisation Peta, erklärt, was bei Insektenkontakt zu tun ist.

Kontakt mit Insekten: bei starken Symptomen zum Tierarzt

„Viele Notfälle lassen sich vermeiden, wenn Menschen wissen, welche Insekten gefährlich werden können“, so Hoger. „Wir appellieren an alle Menschen mit Tieren, ihre Hunde und Katzen besonders im Frühjahr und Sommer gut zu beobachten und bei starken Symptomen schnell tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

Eichenprozessionsspinner: Gefahr durch unsichtbare Brennhaare

Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können auch ohne direkten Kontakt zu Schwellungen im Mundbereich, Augenentzündungen, Atemproblemen und starkem Erbrechen führen. Sofortmaßnahme: Hunde vorsichtig abduschen, bei Katzen ein feuchtes Tuch über das Fell streichen. Mund, Nase und Augen mit lauwarmem Wasser spülen. Bei Schwellungen, Erbrechen oder Atemnot sofort zum Tierarzt.

Wespen-, Hornissen- und Bienenstiche: Risiko für die Atemwege

Stiche im Mund- oder Rachenbereich können die Atemwege lebensbedrohlich einengen. Sofortmaßnahme: Insekt entfernen, kühlen. Bei Atemnot oder starkem Anschwellen sofort tierärztliche Hilfe. Hier zählt jede Minute - Stachel herausstreichen, nicht quetschen.

Grashüpfer und Heuschrecken: Verletzungsgefahr im Mund

Zwar ungiftig, aber ihre Beine können Verletzungen im Mundbereich verursachen oder in der Speiseröhre stecken bleiben. Typische Anzeichen: Würgen, Erbrechen, Appetitlosigkeit. Bei anhaltenden Symptomen zum Tierarzt.

Nosferatu-Spinne: Schmerzen und Schwellungen nach dem Biss

Der Biss wirkt ähnlich wie ein Wespenstich: lokale Schwellung, Schmerzen, Rötung. In den meisten Fällen reicht Kühlen aus. Bei starken Reaktionen oder bekannten Allergien tierärztliche Praxis aufsuchen.

Asiatischer Marienkäfer: Giftiges Sekret kann Beschwerden auslösen

Den aus Ostasien stammenden Käfer trifft man mittlerweile häufig in Deutschland an. Die Art ist in ihrem Punktmuster sehr variabel und wird auch Harlekin genannt. Das gelbe Abwehrsekret des Käfers kann giftig wirken und zu Erbrechen, Durchfall oder Schleimhautreizungen führen. Bei Kontakt den Mundbereich spülen und das Tier beobachten. Bei anhaltenden Symptomen zum Tierarzt.

Rote Ameisen: schmerzhafte Bisse

Ihr reizendes Sekret verursacht schmerzhafte Bisse mit Schwellungen und Rötungen. Kühlen lindert den Schmerz. Bei starken Reaktionen kann ein vom Tierarzt empfohlenes Antihistaminikum nötig sein.

Stinkwanzen und Ölkäfer: unangenehmes Abwehrsekret

Sie sind zwar nicht giftig, aber ihr Abwehrsekret kann Speichelfluss, Übelkeit oder leichten Durchfall auslösen. Die Beschwerden klingen in der Regel schnell ab; eine Spülung des Mundbereichs kann helfen.

So schützen Sie Hunde und Katzen vor Insektenkontakt

Tiere im Blick behalten und bei auffälligem Verhalten Mund und Pfoten kontrollieren. Lebensmittel und süße Getränke nicht offen stehen lassen. Wespen- oder Hornissennester auf dem Grundstück von Fachleuten entfernen lassen. Bei bekannten Allergien Notfallmedikamente bereithalten, dazu empfiehlt sich eine Beratung in der Tierarztpraxis.

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