Eichenprozessionsspinner: Gefahr für Augen, Haut und Atemwege

pta-Forum  |  25.04.2026 08:34 Uhr

Seit den 90er Jahren breitet sich der Eichenprozessionsspinner aus. Was passiert, wenn man seine Brennhaare berührt hat - und was ist dann zu tun?

Eichenprozessionsspinner-Raupen ziehen in einer Prozession an einem Baumstamm entlang. Die abstehenden Brennhaare sind gut zu erkennen.
Eine Prozession von Eichenprozessionsspinner-Raupen: Hier sind die Brennhaare mit dem Nesselgift gut zu erkennen.
© dennisvdw/iStockphoto

Im Frühjahr beginnt die Gefahr durch die Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners und erreicht ihren Höhepunkt zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Der Grund: Diese feinen Brennhaare enthalten das stark reizende Nesselgift Thaumetopoein. Es kann sich sehr leicht verbreiten und die Gesundheit von Mensch und Tier beeinträchtigen. 

Gefahr nicht nur auf der Raupe selbst

Dabei ist nicht nur auf die Raupen selbst zu achten: Schon bei leichter Berührung lösen sich die Brennhaare mit den Widerhaken, können mit dem Wind große Entfernungen überwinden und bleiben auch in den Gespinstnestern haften. Darauf weist das Umweltbundesamt hin. 

Was löst Thaumetopoein aus?

Kommt ein Mensch oder Tier mit den Brennhaaren in Kontakt, kann folgen:

Bei Atemproblemen oder Beschwerden am Auge sollte eine Arztpraxis aufgesucht werden.

Das ist zu tun, wenn man mit den Brennhaaren in Kontakt gerät

Nach einem Kontakt mit den Raupenhaaren sollte sofort geduscht, die Haare gewaschen, mit einem Föhn getrocknet und die Kleidung bei 60 Grad gewaschen werden. Auch Autos, die in der Nähe eines befallenen Baums standen, sollten sorgfältig von innen und außen gereinigt werden, um nicht darüber in Kontakt mit den Brennhärchen zu kommen.

Das kann die Beschwerden lindern

Die Beschwerden, die ein bis zwei Wochen anhalten können, lassen sich folgendermaßen lindern:

  • kühlende Umschläge auf die betroffene Hautstelle
  • bei starkem Juckreiz: Creme oder Gel mit Cortison, zusätzlich Antihistaminika in Tablettenform

Wie kann man sich vor dem Eichenprozessionsspinner schützen? 

Um sich von vornherein vor dem Eichenprozessionsspinner zu schützen, sollten befallene Bäume – meist Eichen – oder Waldgebiete gemieden werden. Der Deutsche Wetterdienst bietet ein digitales Frühwarnsystem zum Eichenprozessionsspinner an. Die Web-Applikation ist kostenlos, bundesweit verfügbar und liefert eine tagesaktuelle Prognose zur Entwicklung des Eichenprozessionsspinners – einschließlich einer Gefährdungsabschätzung sowie Maßnahmenempfehlungen. Wer doch Risikobereiche betreten muss, sollte möglichst viel Haut bedecken.

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