Krankheitsbild
Flöhe sind zwei bis vier Millimeter grosse, flügellose Insekten, die sich vom Blut ihres Wirtes ernähren. Ein Befall mit Flöhen wird auch Pulikose oder Pulicosis genannt. Je nach bevorzugtem Wirt gibt es unterschiedliche Floharten. In Mitteleuropa ist der Menschenfloh heute selten. Die meisten Flohstiche beim Menschen werden durch Katzen- oder Hundeflöhe verursacht. Diese sind nicht streng wirtsspezifisch und können problemlos vom Tier auf den Menschen übergehen, besonders in Haushalten mit Haustieren. Für den Menschen sind Flöhe zwar lästig, aber meist nur vorübergehende Parasiten.
Flöhe sind sehr widerstandsfähig: Erwachsene Tiere können monatelang ohne Nahrung überleben und lauern in Teppichen, Polstermöbeln, Ritzen oder Tierliegeplätzen, bis sich ein geeigneter Wirt nähert.
Symptome / Verlauf
Flohstiche treten beim Menschen oft an Beinen, Knöcheln oder Füssen auf, aber auch bei bedeckten Körperstellen oder unter enger Kleidung. Typisch sind stark juckende Quaddeln, oft mit einem kleinen punktförmigen Einstich oder einer winzigen Blutung in der Mitte.
Flöhe setzen häufig mehrere Probestiche, bevor sie ein geeignetes Blutgefäss finden. Charakteristisch ist deshalb, dass meist mehrere Stiche dicht beieinander liegen. Befinden sie sich in einer Linie, spricht man auch von einer sogenannten "Flohleiter". Der Stich selbst wird meist nicht sofort bemerkt, da Flöhe ein schmerzbetäubendes Sekret absondern. Anschliessend kommt es zu einem starken Juckreiz. Nach 12 bis 24 Stunden kann es ausserdem eine mehr oder weniger starke allergische Reaktion auftreten. Die Haut rötet sich und es bilden sich Quaddeln, die bis zu zwei Wochen bestehen bleiben können.
Folgen / Komplikationen
In den meisten Fällen bleiben Flohstiche harmlos, sind aber durch den starken Juckreiz sehr unangenehm. Durch intensives Kratzen kann sich die Haut entzünden, vor allem bei empfindlicher Haut oder bei Kindern. Gelangen dabei Schmutz oder Flohkot in die Wunden, besteht die Gefahr von sekundären Infektionen.
Flöhe können ausserdem als Überträger von Krankheitserregern dienen. In Europa ist dieses Risiko gering, in tropischen oder hygienisch schlechten Regionen jedoch höher. Zu den seltenen, aber bekannten durch Flöhe übertragenen Erkrankungen zählen beispielsweise Fleckfieber oder, besonders historisch mit gravierenden Folgen, die Pest.
Ursachen / Risikofaktoren
Ein Flohbefall entsteht meist durch engen Kontakt mit befallenen Tieren, insbesondere Hunden und Katzen. Flöhe reagieren auf Körperwärme, Gerüche und Erschütterungen. Werden sie angelockt, springen sie auf Kleidung oder Fell und suchen die Haut auf. Risikofaktoren sind Haustiere mit unentdecktem Flohbefall und Kontakt zu fremden oder streunenden Tieren.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Ärztlich beziehungsweise symptomatisch werden Flohstiche mit juckreizstillenden oder entzündungshemmenden Salben behandelt. Bei starken Reaktionen oder Verdacht auf Infektionen sollte ärztlich abgeklärt werden, ob weitere Massnahmen notwendig sind.
Das kann man selbst tun: Damit sich die Symptome nicht verschlimmern, sollte man sich nicht kratzen und die Nägel kurz halten. Neben dem Lindern der Symptome ist eine konsequente Bekämpfung der Ursache notwendig. Um die Flöhe loszuwerden hilft:
- Kleidung, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad waschen
- Häufig und gründlich staubsaugen, besonders Teppiche und Polstermöbel. Ein Grossteil der Flohpopulation in einer Wohnung besteht nicht aus erwachsenen Flöhen, sondern aus Eiern, Larven und Puppen, die sich in der Umgebung befinden. Beim Reinigen auch Ritzen und die Schlafstätte von Haustieren nicht vergessen.
- Sind Haustiere befallen? Dann ist eine tierärztliche Behandlung zwingend notwendig. Nur wenn alle Tiere im Haushalt sowie deren Schlafplätze gleichzeitig behandelt werden, lässt sich der Flohzyklus durchbrechen. Oft sind Antiparasitika erforderlich.
- In sehr hartnäckigen Fällen kann eine professionelle Schädlingsbekämpfung sinnvoll sein.
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.