Warum Mücken manche Menschen ständig stechen und andere kaum
Wolf Löchel
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22.06.2026 11:18 Uhr
Warum trifft es immer dieselben? Wissenschaftler haben herausgefunden, welche Signale Mücken anlocken und weshalb manche Menschen deutlich häufiger gestochen werden als andere.
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Warum manche Menschen deutlich mehr Mückenstiche bekommen
Kaum sitzt man an einem Sommerabend im Garten, beginnt das Kratzen. Während manche Menschen nach wenigen Minuten mehrere Mückenstiche haben, bleiben andere fast verschont. Dahinter steckt kein Zufall. Mücken orientieren sich an Gerüchen, der Atemluft und sogar an genetischen Faktoren.
Wer versteht, warum die Insekten bestimmte Menschen bevorzugen, kann sich gezielter schützen und den Sommer entspannter genießen.
Ein Mückenstich kommt immer von einem Weibchen
Wer von einer Mücke gestochen wird, hat es immer mit einem Weibchen zu tun. Die Tiere benötigen Eiweiß aus dem Blut, um Eier zu bilden. Beim Stich geben sie Speichel in die Haut ab. Dieser enthält Stoffe, die die Blutgerinnung verhindern. Männliche Mücken können nicht stechen.
Dass Mücken manche Menschen bevorzugen, ist keine Einbildung. Allerdings ist niemand zu jeder Zeit gleich attraktiv für die Tiere, die Anziehungskraft schwankt je nach Situation.
Atemluft lockt Mücken an
Dass Mücken auf Gerüche reagieren, konnten Wissenschaftler mittlerweile belegen. Ein wichtiger Lockstoff ist Kohlendioxid, das wir bei jedem Atemzug ausatmen. Mücken können die Substanz noch in bis zu 50 Meter Entfernung wahrnehmen.
Je mehr Kohlendioxid ein Mensch abgibt, desto leichter wird er von den Insekten entdeckt. Deshalb werden größere Menschen und Personen mit höherem Stoffwechsel oft häufiger gestochen als kleinere Menschen oder Kinder.
Schweiß und Körpergeruch machen attraktiv für Mücken
Bestandteile des menschlichen Schweißes wie Milch-, Harnsäure und Ammoniak ziehen die Insekten ebenfalls an. Schweißtreibende Sportarten machen einen daher zum bevorzugten Opfer.
Auch die Bakterien auf unserer Haut spielen eine Rolle. Sie beeinflussen den individuellen Körpergeruch und können dazu beitragen, dass jemand für Mücken besonders attraktiv wirkt.
Warum Schwangere häufiger Mückenstiche bekommen
Einige Menschen ziehen Mücken besonders stark an. Dazu gehören häufig Schwangere. Forscher fanden heraus, dass bei ihnen 27 Duftstoffe auf der Haut die Insekten anlocken.
Besonders begehrt waren jene Frauen, die viel von einem Stoff abgaben, der beim Abbau des Hauttalgs entsteht, dem sogenannten Pilzalkohol. Schwangere bilden davon mehr, weswegen sie von Mücken leichter wahrgenommen und häufiger gestochen werden.
Gene beeinflussen das Risiko für einen Mückenstich
Darüber hinaus spielen offenbar die Gene eine wichtige Rolle. Darauf deuten Untersuchungen mit Zwillingen hin. Im Rahmen einer englischen Studie zeigte sich bei eineiigen Zwillingen mit identischem Erbgut eine ähnlich hohe Zahl an Mückenstichen. Bei zweieiigen Zwillingen waren die Unterschiede deutlich größer. Das spricht dafür, dass der individuelle Körpergeruch teilweise genetisch beeinflusst wird.
Macht Bier für Mücken attraktiver?
Auch ein kühles Bier im Garten kann zum Mückenmagneten machen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Menschen nach dem Genuss von Bier für die Tiere anziehender wirken.
Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen eine leicht erhöhte Körpertemperatur, ein veränderter Hautgeruch und das vermehrt ausgeatmete Kohlendioxid zusammen.
Schützt Knoblauch vor Mücken?
Der Tipp hält sich seit Jahren hartnäckig: Wer Knoblauch isst, soll weniger Mückenstiche bekommen. Für diese Behauptung gibt es bislang keine überzeugenden Belege. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten keinen zuverlässigen Schutz durch Knoblauch nachweisen. Wer Mücken fernhalten möchte, sollte deshalb auf wirksamere Maßnahmen setzen.
So beugen Sie Mückenstichen wirksam vor
Wer Stiche vermeiden möchte, kann auf sogenannte Repellentien zurückgreifen. Diese Mittel gibt es als Spray, Lotion oder Tuch. Sie verändern den menschlichen Geruch so, dass Mücken ihre Opfer schlechter erkennen. Bei Kindern unbedingt darauf achten, dass sie sich für das jeweilige Alter eignen.
Mückenstich: Was gegen Juckreiz und Schwellungen hilft
Ist die Haut bereits gerötet und juckt, können verschiedene Mittel die Beschwerden lindern:
Kühlende Gele beruhigen die Haut und mindern den Juckreiz.
Antiallergische Cremes reduzieren Schwellungen und Quaddeln.
Wärmestifte erhitzen die Einstichstelle für wenige Sekunden auf etwa 60 Grad Celsius. Dadurch lassen die Beschwerden bei vielen Betroffenen spürbar nach.
Bei sehr starken Reaktionen können kortisonhaltige Präparate helfen.